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Bätzing macht Glaubwürdigkeit der Reformprojekts vom Umgang mit Missbrauch abhängig

Missbrauchs-Betroffene bei Synodalem Weg: Machtstrukturen hinterfragen!

  • Drei von Missbrauch Betroffene haben bei der Delegiertenversammlung gefordert, der Synodale Weg dürfe nicht weiter auf die Stimme der Betroffenen verzichten.
  • Einer von ihnen fragte, wann Änderungen im kirchlichen Verfahrensrecht erfolgten, „die Überlebende vom Objekt zur handelnden Person machen“.
  • Bischof Georg Bätzing betonte, für ihn hänge die Glaubwürdigkeit des Synodalen Wegs vom Umgang mit dem Missbrauchsskandal ab.
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Drei Sprecher des von der Bischofskonferenz eingerichteten Betroffenenbeirats haben sich bei der Delegiertenversammlung des Synodalen Wegs geäußert. Der Synodale Weg dürfe nicht weiter auf die Stimme der Betroffenen verzichten, betonten Johannes Norpoth, Kai Moritz und Johanna Beck zum Auftakt des heute und morgen digital stattfindenden Treffens.

„Mit Betroffenen zu reden ist vorteilhafter und empathischer, als über sie zu reden“, so Norpoth, der mehr Engagement bei der Aufarbeitung anmahnte. Auch die Stimme der Laien sei mitunter zu selten wahrnehmbar gewesen.

Die Synodalversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des Synodalen Wegs. Auf der bis Freitagabend dauernden virtuellen Konferenz wollen die vier Foren des Synodalen Wegs Einblick in ihre Arbeiten geben. Sie widmen sich den Inhalten des Reformdialogs: Macht, priesterliche Lebensform, Sexualmoral und Rolle der Frauen.

„Wir wollen mit ihnen mutig sein“

Moritz warf die Frage auf, wann Änderungen im kirchlichen Verfahrensrecht erfolgten, „die Überlebende vom Objekt zur handelnden Person machen“. Man werde sich im Synodalen Weg einbringen, so Moritz. „Wir wollen mutig sein, wir wollen mit ihnen mutig sein.“

Beck forderte, Machtstrukturen zu hinterfragen. Diese hätten den Schutz von Tätern und der Institution viel zu lange über den Schutz der Opfer gestellt. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass das Präsidium des Synodalen Wegs beschlossen habe, den Betroffenenbeirat nun „offiziell und kontinuierlich“ beim Synodalen Weg einzubinden.

Bätzing zu Sexualmoral: Menschen zutiefst verletzt

Der Limburger Bischof Georg Bätzing betonte auf einer vorgeschalteten Pressekonferenz, er wolle „Schritte nach vorn“ in der kirchlichen Sexualmoral. Mit Blick etwa auf Homosexuelle oder Menschen, die sich mit dem anderen Geschlecht identifizieren, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: „Wir haben Menschen zutiefst verletzt.“

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erhofft sich als ein Ergebnis des Synodalen Wegs mehr Beteiligung von Frauen in der Kirche. Dabei handle es sich um eine „Lebensfrage“ der Kirche, so der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Kölner Schatten

Überschattet werden die Debatten von der Diskussion über die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Köln. Das Präsidium des Synodalen Wegs äußerte sich kritisch über die Vorgänge. Diese hätten dazu geführt, „dass viele am Willen kirchlicher Autoritäten zu vorbehaltloser Aufklärung zweifeln“.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki erklärte dazu: „Mir ist schmerzlich bewusst, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Als einer der ersten, die einen Betroffenenbeirat eingerichtet haben und eine unabhängige Untersuchung mit Namensnennung in Auftrag gegeben haben, haben wir, habe ich Fehler gemacht.“

Bätzing betonte bei der Pressekonferenz, für ihn hänge die Glaubwürdigkeit des Synodalen Wegs vom Umgang mit dem Missbrauchsskandal ab. Er sprach von einem „Prüfstein“, der über den Erfolg der Initiative entscheiden werde. Das Thema bildete auch den Auftakt der Beratungen.

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