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Orgelbauverein bekommt lediglich Zuschuss vom Bistum Münster

Neue Orgel für den Xantener Dom: Wie der Förderverein um Spenden wirbt

  • Das Projekt Schwalbennest-Orgel für den Xantener Dom wird seit 2017 verfolgt.
  • Bislang konnten mehr als 130.000 Euro an Spenden gesammelt werden.
  • Der Förderverein wirbt weiterhin um Geldspenden und will Patenschaften für einzelne Register anbieten.
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„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Matthias Zangerle. Der Xantener Kantor, Organist und Orgelsachverständige des Bistums für den Niederrhein ist Mitglied im Vorstand des Xantener Orgelbauvereins. Seit 2017 werben er und seine Vorstandskolleginnen und -kollegen für das Projekt der neuen Schwalbennest-Orgel, die die bisherige Orgel am Westwerk des Domes ersetzen soll. „Durch unsere Aktivitäten haben wir bisher 132.000 Euro gesammelt. Durch kleinere und größere Einzelspenden ist diese Summe zusammengekommen“, sagt Zangerle. Die Spenden flössen regelmäßig, sodass der finanzielle Sockel sich kontinuierlich erhöhe, erläutert er.

Guten Anklang habe zum Beispiel die Stele „Art to go“ gefunden, ein Aktionsträger im Dom. Bilder, die von Malerinnen und Malern der Xantener Kunstmalschule ehrenamtlich produziert worden sind, können gegen eine Spende mitgenommen werden. „Das Projekt ist bei den Besucherinnen und Besuchern des Domes sehr beliebt“, weiß Zangerle aus Gesprächen im Gotteshaus.

Förderverein im Jahr 2017 gegründet

Auch durch Benefizkonzerte, zum Beispiel vom Hochschulchor der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, kamen in der Vergangenheit erhebliche Spenden zusammen. Und Zangerle hofft, dass auch in Zukunft – wenn Corona ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht – auf diesem Weg Künstler ihren Erlös dem Verein zur Verfügung stellen und so wieder Einnahmen für die gewünschte Orgel fließen werden. „Es sind bereits konkrete Projekte geplant und werden vorbereitet“, sagt er.

Ein Blick zurück: Ende des Jahres 2017 war der Förderverein aus der Taufe gehoben worden. Sein Ziel: Möglichst viel Geld zu sammeln für den Bau einer Schwalbennest-Orgel. Die Qualität der bisherigen Orgel ist nach Ansicht von Zangerle für den Dom nicht angemessen. „Die jetzige Orgel hat keinen grundtönigen, warmen volltönenden Klang, wie er für den Dom notwendig ist.“

Bistum Münster bewilligt 50.000 Euro Zuschuss

Matthias Zangerle. | Foto: Jürgen Kappel
Matthias Zangerle engagiert sich für die Neuanschaffung einer Orgel. | Foto: Jürgen Kappel

Die bisherige Orgel sei stark verschmutzt und müsse aufwändig restauriert werden, sagt der Orgelbausachverständige. Allein die Reinigungskosten betragen nach ersten Ermittlungen 45.000 Euro. Und: Die technische Überarbeitung würde die Substanz des Instrumentes nicht verbessern, meint Zangerle. „Die Qualität dieser Orgel“, daran lässt der Organist keinen Zweifel, „lässt sehr zu wünschen übrig.“ Für ihn gibt es nur eine Alternative: die Schwalbennest-Orgel im Hauptschiff an der Nordseite, die an dieser Stelle um 1539 bereits gehangen hat.

Doch das Projekt ist gewaltig. Es gilt, in Zukunft intensiv Freunde und Förderer zu gewinnen. Das Bistum hat einen Zuschuss zur statischen Vorbereitung wie Treppenaufgang und Zuwegung in Höhe von 50.000 Euro bewilligt. Ansonsten gibt es keine Förderung durch die Diözese. „Wir fangen mit der Werbung um Stiftungen, Firmen und Verbände erst an, wenn die konkreten Planungen vorliegen“, sagt Zangerle. Grundlage ist der Gedanke, dass sich viel besser um Spenden werben lässt, wenn klar ist, wie genau die Orgel aussieht und wie sie beschaffen ist.

Sechs Angebote für Orgeln werden eingeholt

„Wir sind jetzt so weit, dass sechs Angebote eingeholt werden sollen“, sagt Zangerle. „Wir werden konkrete Dinge vorgeben, zum Beispiel wie tief das Instrument in den Raum ragen darf und dass sie nach Möglichkeit mechanisch konstruiert werden soll.“ Der Orgelsachverständige möchte, dass die neue Orgel in guter Orgelbautradition gebaut werden soll. Er legt sehr viel Wert auf die mechanische Bauweise mit einem hohen Materialwert. „Die Silbermannorgeln zum Beispiel stehen für eine lange Lebensdauer“, sagt er und deutet an, an welchen Qualitätsstandard er denkt.

„Jeder bekommt den gleichen Ausschreibungstext. Aber jeder Anbieter hat ja seine eigene Idee von dem Instrument“, glaubt Zangerle und ist sich sicher, dass es verschiedene Angebote geben wird. Ein zusammengesetztes Gremium, bestehend aus Denkmalpflege, dem Bistum, dem Kirchenvorstand, dem Propst und Zangerle, werde die Angebote sichten und entscheiden. 

Patenschaftsprojekte für einzelne Register

„Die Liste der Anbieter ist international. Es sind erfahrene und bekannte Orgelbauer vertreten“, sagt Zangerle. Ist das Orgelkonzept da, dann will der Vorstand Aktionen wie Patenschaftsprojekte für einzelne Register starten und Großspender ansprechen. „Denn jeder spendet viel lieber, wenn er genau weiß, wofür“, sagt er. Das gebe der Aktion einen großen Schub nach vorne, ist er sich sicher. 

Eine Unterstützerin hat sich schon angekündigt. Am 24. August kommt die ehemalige Umweltministerin, Barbara Hendricks, und erkundigt sich vor Ort über das Projekt, das sie bisher nur aus der Theorie kennt. Am 11. Dezember gibt es ein Konzert für Orgel und Trompete bei Kerzenschein, um nur einige Höhepunkte zu nennen. „Wir werden alle Register ziehen, um unser Projekt Schwalbennest-Orgel erfolgreich zu gestalten“, sagt Zangerle am Schluss. Hoffend, dass er dann auch an dem neuen Instrument einst die Register ziehen kann.

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