Medizin und Nahrung für Entwicklungsländer in der Corona-Krise

Pandemie-Hilfsprojekte vom Bistum Münster mit 600.000 Euro gefördert

Die Fachstelle Weltkirche des Bistums Münster erreichen im Zuge der Corona-Pandemie zahlreiche Anträge auf finanzielle Unterstützung aus aller Welt, berichtet die Pressestelle des Bistums. Bislang wurden bereits rund 600.000 Euro für konkrete Hilfsmaßnahmen bewilligt, sagt Fachstellenleiter Ulrich Jost-Blome. „Anträge, die in Zusammenhang mit der Pandemie stehen, haben für uns gerade absolute Priorität.“

Weihbischof Stefan Zekorn, Bischöflicher Beauftragter für die Weltkirche, ergänzt: „Bei uns leiden viele Menschen sehr unter der Corona-Pandemie. Bei den wirtschaftlichen, hygienischen und medizinischen Bedingungen fast aller Länder des globalen Südens ist die Lage dort noch um ein Vielfaches schwieriger. Deshalb sind die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika dringender denn je auf unsere Hilfe angewiesen.“

21 Projekt elf Ländern

Bislang wurden Zuschüsse für 21 Projekte in folgenden Ländern bewilligt: Brasilien, Ghana, Indien, Kolumbien, Mauretanien, Mexiko, Niger, Paraguay, Peru, Rumänien und in der Ukraine. Das Fördervolumen reicht von einigen Tausend Euro zur Versorgung mit Lebensmitteln bis zu 150.000 Euro, die beispielsweise an das Partner-Bistum Wa in Ghana geflossen sind. Dort werden mit dem Geld aus Münster nun alle Pfarreien mit Thermometern, Schutzanzügen, Schutzmasken, Schutzbrillen, Seife und Desinfektionsmitteln ausgerüstet, erklärt Jost-Blome.

In Rumänien erhielt die Kurie der Rumänischen Griechisch-Katholischen Kirche eine Förderung zum Aufbau eines Audio-Video-Studios zur landesweiten Weitergabe relevanter Gesundheitsinformationen. In der Ukraine reicht das Engagement von der Pflege und Ernährung erkrankter Menschen bis zur Anschaffung eines Blutanalyse-Gerätes.

Strenge Kriterien für die Förderung

Die Förderungen fließen nach klaren Kriterien, unterstreicht der Leiter der Fachstelle der Weltkirche: „Wir bekommen auch gefälschte Anfragen“, weiß er. Daher gehört zu den Kriterien, dass bei Anfragen eine Beziehung zum Bistum Münster erkennbar sein muss. Etwa durch Missionare oder Eine-Welt-Gruppen im Bistum, die sich in konkreten Partnerprojekten in einer hilfebedürftigen Region engagieren. Ein weiteres Kriterium ist ein langer, persönlicher Kontakt zu den Antragstellern. „Viele Menschen, die uns nun schreiben, kennen wir schon lange und sind uns schon oft begegnet. Dort wissen wir, dass die Bitte um Hilfe dringend ist und das Geld dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird.“

Das gilt grundsätzlich immer – das Bistum unterstützt weltweit das ganze Jahr über Hilfsprojekte. „Wir helfen kontinuierlich vor allem beim Aufbau von Strukturen, nun selbstverständlich aber auch in der Katstrophensituation“, sagt Jost-Blome. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Initiativen auf lokaler und regionaler Ebene, die regelmäßig feste Partnerprojekte unterstützten.