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Benediktiner wählen 69-jährigen Mönch zum Nachfolger von Abt Laurentius

Pater Andreas Werner ist neuer Abt von Gerleve

Pater Andreas Werner (69) ist neuer Abt von Gerleve. Die Benediktinermönche der Abtei bei Billerbeck wählten ihn am Samstagnachmittag zum Nachfolger von Abt Laurentius Schlieker.

Pater Andreas Werner (69) ist neuer Abt von Gerleve. Die Benediktinermönche der Abtei bei Billerbeck (Kreis Coesfeld) wählten ihn am Samstagnachmittag zum Nachfolger von Abt Laurentius Schlieker. Das teilte die Gemeinschaft in einer Pressemitteilung mit.

Wegen der Corona-Krise war die Wahl zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben worden, weil dazu die Wahlleiter - ein Benediktiner und eine Benediktinerin - aus einem anderen Kloster und die extern lebenden Brüder der Gemeinschaft anreisen müssen, was durch die Regeln längere Zeit nicht möglich war. Seit dem Rücktritt von Abt Laurentius hatte der bisherige Prior Pater Robert Mittweg die Leitung der Gemeinschaft übernommen.

Pater Robert stand auch als bisheriger Oberer der feierlichen Vesper vom Hochfest Mariä Himmelfahrt wenige Stunden nach der Wahl vor. Der neue Abt Andreas führte gleichwohl bereits die Ein- und Auszugsprozession an, nahm seinen neuen Platz im Chorgestühl ein, trug ein Brustkreuz und bete erstmals als Abt das Vaterunser für die Gemeinschaft. "Kirche-und-Leben.de" überträgt Abend- und Nachtgebet der Mönche täglich aus der Abteikirche (Kasten unten).

Wer ist der neue Abt?

Abt Andreas WernerPater Andreas Werner ist zum sechsten Abt der Benediktinerabtei Gerleve gewählt worden. | Foto: Abtei Gerleve

Abt Andreas, geboren 1951, stammt aus Neuss. Nach dem Abitur und einem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie trat er 1976 in Gerleve ein. Die Abtei sandte ihn zum Studium von Philosophie und Theologie nach Salzburg und Rom. 1981 empfing er die Priesterweihe. Der erfahrene Seelsorger leitete von 2016 bis 2019 als Prior-Administrator die Abtei Maria Laach in der Eifel, die wie Gerleve zur Beuroner Kongregation gehört. Er war dort nach internen Schwierigkeiten der Gemeinschaft vom Vatikan eingesetzt worden. Wenngleich der Konvent ihn gebeten hatte, Abt von Maria Laach zu werden, habe er dies nicht zuletzt mit Blick auf sein Alter abgelehnt, bekannte Pater Andreas Ende 2018 in einem Interview. Bald darauf kehrte er in sein Heimatkloster Gerleve zurück.

Zuletzt war er in der Abtei Gerleve als Cellerar für die Verwaltung der Finanzen zuständig. Nun ist er der sechste Abt von Gerleve und Nachfolger von Abt Laurentius Schlieker, der sein Amt am 29. April dieses Jahres aus Gesundheitsgründen abgegeben hatte.

Was ist ein Abt?

Der Abt ist der Obere der Mönchsgemeinschaft, zu der in Gerleve derzeit 37 Mönche gehören. Alle Brüder mit feierlicher Profess, die sich also für ihr gesamtes Leben an die Abtei in den Münsterländer Baumbergen gebunden haben, wählen ihn in geheimer und demokratischer Wahl. Gewählt werden kann im Prinzip jeder Mönch der Beuroner Kongregation, der seit mindestens fünf Jahren die feierliche Profess abgelegt hat und das 30. Lebensjahr vollendet hat.

Ein Abt kann als Zeichen seines Amtes wie ein Bischof Brustkreuz, Ring, Stab und Mitra tragen. Seine Amtseinführung wird zwar als Abtsweihe bezeichnet und für gewöhnlich durch den Bischof vorgenommen, in dessen Bistum die gleichwohl selbstständige Abtei liegt, die Feier ist allerdings keine sakramentale Weihe wie eine Bischofsweihe, sondern eine festliche Segnung. Ein Termin wurde zunächst nicht genannt.

Das Kloster Gerleve

Nach einer bäuerlichen Stiftung gründeten Benediktiner der Erzabtei Beuron am 19. September 1899 eine klösterliche Gemeinschaft in Gerleve. 1904 erfolgte die Erhebung zur selbstständigen Abtei. Im Zuge des nationalsozialistischen "Klostersturms" mussten die Mönche Gerleve 1941 verlassen. 1946 kehrten sie zurück.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit - unter den Mönchen sind einige Professoren - gehören vor allem die Einzel- und Exerzitienseelsorge sowie die Bildungsarbeit nicht zuletzt für junge Menschen zu den Hauptaufgaben der Abtei. In ihren Gästehäusern und auch in der Klausur leben die Brüder die Gastfreundschaft als eine der wesentlichen Säulen benediktinischen Lebens. So hat es Benedikt von Nursia (480-547) in seiner Mönchsregel festgelegt.

Im Bistum Münster gibt es neben den Mönchen von Gerleve ein weiteres benediktinisches Kloster: die Gemeinschaft der Schwestern in der Abtei Dinklage (Landkreis Vechta).

Gottesdienste live aus der Abtei Gerleve
Täglich überträgt "Kirche-und-Leben.de" live ab 17.30 Uhr das Abendgebet (Vesper) und ab 20.15 Uhr das Nachtgebet (Komplet) der Mönche aus der Abteikirche Gerleve.

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