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Lengericher Sozialaktivist lässt Dienst für drei Monate ruhen

Pfarrer Peter Kossen nimmt Auszeit

  • Peter Kossen, Pfarrer und Sozialaktivist aus Lengerich, nimmt eine Auszeit.
  • Er sieht in den drei Monaten ab Januar 2022 die Chance, zur Ruhe zu kommen.
  • Die Pfarrei plant daher einen grundsätzlichen Austausch über neue Liturgieformen und mehr Verantwortung von Laien.
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Der Lengericher Pfarrer Peter Kossen wird ab Januar 2022 eine Auszeit nehmen: „Ich werde persönlich die Möglichkeit nutzen, die das Bistum den Seelsorgenden einräumt, eine dreimonatige Auszeit zu machen“, teilte er seiner Gemeinde Seliger Niels Stensen in einem Brief mit.

Als einen Grund nannte er auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ seine vielfältigen Aufgaben und zunehmende Belastung: „Es ist schon viel, aber ich möchte kein Mitleid erwecken“, ist ihm wichtig, deutlich zu machen. „Ich sehe die Chance, in dieser Auszeit zur Ruhe zu kommen.“ Für solche Auszeiten seien seitens des Bistums unter anderem ein theologischer und ein geistlicher Teil vorgesehen. Kossen plant eine Pilgerreise nach Israel und einen Studienaufenthalt in Münster.

Kossen ist nicht nur Leitender Pfarrer der flächenmäßig größten Gemeinde im Bistum Münster, sondern auch Dechant für das Dekanat Ibbenbüren. Im April 2021 wurde er in das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) gewählt.

 

Pfarrer Kossen setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen ein

 

Seit vielen Jahren setzt sich der Pfarrer für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie ein. Bei dem von ihm gegründeten Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ können sich Leiharbeiterinnen und -arbeiter unter anderem in arbeitsrechtlichen Fragen beraten lassen. Vor einem Jahr erhielt Peter Kossen für seinen Einsatz von Ministerpräsident Armin Laschet den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Pfarrer ist bekannt für sein vielfältiges Engagement, etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr Lengerich, bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und als Botschafter eines Kinderhospiz.

 

Laien sollen mehr Verantwortung in der Liturgie übernehmen

 

In Zeiten, wo immer weniger Priester für Pfarreien zur Verfügung ständen, möchte Kossen vorausschauen - nicht nur für seine geplante Auszeit, sondern auch, wenn ab 2022 möglicherweise Kaplan Ernst Willenbrink vom Bistum turnusmäßig eine neue Aufgabe bekommt: „Das Seelsorgeteam vor Ort kann und soll nicht ,eine Schippe drauflegen'. Diese Zeit können wir als Pfarrei nutzen, um neben den bekannten auch neue Gottesdienstformen, die nicht von Hauptamtlichen geleitet werden, auszuprobieren“, sagt Peter Kossen.

Für Ende August ist daher in der Pfarrei ein Austausch über die Möglichkeiten neuer Formen von Liturgie und geteilter Verantwortung in der Leitung der Liturgie in der Pfarrei geplant.

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