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Pfarrer: Betroffene berichten, Vorarbeiter und Methoden seien gleich geblieben

Kossen: Umgang mit Fleischindustrie-Arbeitern kaum verbessert

  • Sozialpfarrer Peter Kossen aus Lengerich beklagt einen offenbar gleichbleibend schlechten Umgang mit Arbeitenden in der Fleischindustrie.
  • Betroffene berichteten ihm, die Vorarbeiter und Methoden seien gleich geblieben - trotz der Gesetzreformen.
  • Auch würden weiterhin Standards umgangen.
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Die Anfang 2021 eingeführten Regeln für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sind nach Auffassung des katholischen Priesters und Menschenrechtlers Peter Kossen nur ein Anfang. Zwar sei Werkvertragsarbeit in der Branche inzwischen ganz und Leiharbeit weitgehend verboten, die Haltung der Konzerne gegenüber ihren Mitarbeitern habe sich aber häufig nicht verändert, sagte er dem Kölner Domradio. "Die Behandlung dieser Leute - auch das Austricksen, das Umgehen von Sozialstandards, primitivsten Standards - das ist nach wie vor gang und gäbe."

Die Konzerne hätten zum Teil die vorherigen Subunternehmer "ganz aufgesogen", berichtete Kossen. "Die Vorarbeiter, die vorher schon das Sagen hatten, die die Leute anschreien, demütigen, erpressen, sind mit angestellt worden." Dadurch sei diese Art der Behandlung der Menschen aus Rumänien, Bulgarien und anderen südosteuropäischen Ländern die gleiche geblieben, so der Priester unter Berufung auf Berichte von Betroffenen.

"Gesetz auf andere Branchen ausweiten"

Kossen forderte eine Ausweitung des Arbeitsschutzkontrollgesetzes auf andere Branchen wie Logistik und Lieferservices, Gebäudereinigung, Gemüseernte, Schiffsbau und Hotellerie. Auch müssten die Kontrollen der Regelungen ausgeweitet werden.

2020 waren die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie in den Fokus geraten, nachdem es mehrere Ausbrüche des Coronavirus in Betrieben gegeben hatte. Als Reaktion beschlossen Bundestag und Bundesrat Ende 2020 das Arbeitsschutzkontrollgesetz.

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