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Hartmut Niehues ist Leiter des Priesterseminars Borromaeum in Münster

Was passiert mit dem Priesterseminar ohne Kandidaten, Regens Niehues?

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Am morgigen Sonntag werden im Dom in Münster drei Männer zu Priestern geweiht. 2023 wird es wohl keine Priesterweihe im Bistum geben; die Aussichten für die folgenden Jahre sind schwierig. Hartmut Niehues, Regens des Priesterseminars in Münster, antwortet auf die Frage: „Was passiert mit dem Priesterseminar, wenn es keine Priesteramtskandidaten mehr gibt?“

„Erstens: Wir können uns freuen, dass sich in diesem Jahr drei Neupriester für unser Bistum weihen lassen. Denn wir brauchen Zeugen der Hoffnung gerade in diesen verrückten Zeiten. Und wir können dankbar sein, dass Gott seine Nähe zu uns Menschen in den Sakramenten praktisch erfahrbar werden lässt – auch im Sakrament der Priesterweihe!

Zweitens: Die Frage ist falsch gestellt. Ein Priesterseminar kann man schließen. Die wichtigere Frage aber ist: Was passiert mit einem Bistum, wenn es keine Priesterkandidaten mehr gibt? Wenn eine Ortskirche das einfach so hinnimmt, kommt das einer Bankrotterklärung gleich.

Größeres Thema steht dahinter

Natürlich sind die Zulassungsbedingungen zur Weihe ein wichtiger Punkt. Aber dahinter steckt eine viel größere Thematik: Wir müssen uns endlich eingestehen, dass es eine fundamentale Glaubenskrise gibt: Die meisten Menschen rechnen nicht mehr mit dem Handeln Gottes in ihrem alltäglichen Leben – schon gar nicht vermittelt durch Sakramente. Ich wünsche mir, dass wir das als Kirche von Münster gemeinsam wieder entdecken.“

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