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Platz 1: Ehrenamtspreis des Bistums Münster

„Wir für Kinder“ macht Schüler in Ibbenbüren stark

„Wir für Kinder“ macht Schüler in Ibbenbüren stark
Platz 1 Ehrenamtspreis des Bistums Münster: „Wir für Kinder“ macht Schüler in Ibbenbüren stark.Video: Marie-Theres Himstedt
„Wir für Kinder“ macht Schüler in Ibbenbüren stark

Das Projekt „Wir für Kinder“ hat den Ehrenamtspreis des Bistums Münster bekommen. Sie helfen Kindern in Kindergarten und Grundschule, die „sonst hinten runterfallen.“

Charly liest die Geschichte vom Känguru ganz ohne Stocken. Gudrun Brönstrup lobt ihn: „Das hast du toll gemacht!“ Zwar ist das erste Treffen des Grundschülers und seiner ehrenamtlichen Unterrichtsbegleiterin in der Bibliothek der Albert-Schweitzer-Grundschule Ibbenbüren etwas hampelig, aber das liegt nur daran, dass Sätze und Wörter maskenbedingt ab und an wiederholt werden müssen.

Die beiden sind Teil des Projekts „Wir für Kinder“, einer Initiative der Bürgerstiftung Tecklenburger Land in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Ibbenbüren. „Ich freue mich, dass Charlie den Spaß am Lesen gefunden hat“, sagt Gudrun Brönstrup. Das habe mit viel Zeit und Geduld geklappt. Ohne geht es nicht, sagt auch Gisela Strickmann, die sich ebenfalls ehrenamtlich in der Initiative engagiert.

Der Bedarf steigt

Strickmann war 2011 eine der Ersten, als es darum ging, Grundschulkinder während des Unterrichts zu fördern, mit ihnen zu spielen und zu basteln. „Ich habe Zeit“, so die 75-jährige Kauffrau im Ruhestand. „Mir ist es wichtig, da zu helfen, wo Kinder sonst hinten runterfallen.“

Für den Bedarf sprechen die Zahlen: Als die Initiative 2011 startete, waren es fünf Schulen und 19 Ehrenamtliche. Heute sind es 23 Kooperationspartner und 90 Ehrenamtliche, die Projektleiterin Ursula Beyer vom SkF koordiniert. Dazu kommt seit 2018 das Projekt „Stark in die Schule“ für Familienzentren und Kindergärten.

„Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht“

„Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht“, sagt Ursula Beyer. Für zwei bis fünf Stunden pro Woche vermittelt sie „ihre Ehrenamtlichen“ an die Einsatzorte. Zuvor werden diese in einem Kurs vorbereitet: „Viele Lehrer sind sehr dankbar, dass es unser Projekt gibt. Es ist eine Unterstützung für die Kinder, die im schnelllebigen Schulalltag zu kurz kommen“, so Beyer.

Auch weil sich die Ehrenamtlichen mit ihren Stärken einbringen können. Mittlerweile gibt es einen „Gesund-Kochen-Kurs“ und einen „Yoga-Kurs“ für Kinder, „weil einige unserer Helfer das eben gut können“.

Es geht nicht um Leistung, sondern um Beziehung

Es gehe auch gar nicht darum, den Kindern Leistung abzugewinnen: „Wenn wir lesen üben, ist das auch ganz viel Beziehungsarbeit“, weiß Gisela Strickmann aus Erfahrung. Zeit und Ruhe fehle häufig in Elternhäusern: „Diese eins-zu-eins-Betreuung tut Charly einfach gut. Ihm wird zugehört“, sagt auch seine Mutter Anna Sack.

Um die Lese- und Sprachkompetenz von Kindern von drei bis sechs Jahren zu fördern und auch Eltern zum Vorlesen zu motivieren, hat die Initiative außerdem die Lesetasche „Liest du mir vor?“ auf den Weg gebracht: „Ein Radiergummi! Und zwei Bücher!“, freut sich Grundschülerin Nele, als sie die Tasche im Beisein ihrer Lesepatin Annette Haß auspackt. Die 83-Jährige möchte ihr Ehrenamt eigentlich gesundheitsbedingt niederlegen: „Aber die Kinder brauchen mich doch.“

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