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Missbrauchs-Aufklärung: Erzbistum Köln kündigt unabhängige Kommission an

Woelki will WSW-Gutachten nun doch Einzelnen zugänglich machen

  • Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat angekündigt, das bislang zurückgehaltene Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl (WSW) Einzelpersonen nun doch zugänglich zu machen.
  • Zugleich kündigte das Erzbistum die Einrichtung einer unabhängigen Kommission an, die den Umgang der Diözese mit Missbrauchsfällen aufarbeiten soll.
  • Woelki und sein Generalvikar Markus Hofmann betonten vor dem Diözesanpastoralrat, sie hätten vom Inhalt des WSW-Gutachtens nach wie vor keine Kenntnis.
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Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki will nun doch eine gleichwohl eingeschränkte Veröffentlichung der bislang zurückgehaltenen Studie über den Umgang der Bistumsspitze mit Fällen sexualisierter Gewalt in Aussicht. Das kündigte er laut einer Pressemitteilung des Erzbistums vor dem Diözesanpastoralrat an.

Das Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) solle „für interessierte Einzelpersonen, insbesondere Betroffene oder Journalisten im rechtlich möglichen Rahmen“ offen stehen, wenn das neu beauftragte Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke im März fertiggestellt sei. Auch die künftige unabhängige Kommission und der Betroffenenbeirat im Erzbistum sollen demnach Einsicht erhalten.

Woelki: Nach wie vor keine Kenntnis

Auch das neue Gutachten will das Erzbistum nach eigenen Angaben einer Abschlussprüfung durch den Frankfurter Strafrechtler Matthias Jahn und den Erlanger Kriminologen Franz Streng unterziehen. Dies geschehe auf Anregung des Betroffenenbeirats. Jahn und Streng hatten auch das Westpfahl-Gutachten beurteilt.

Woelki und Hofmann betonten vor dem Diözesanpastoralrat, sie hätten vom Inhalt des WSW-Gutachtens nach wie vor keine Kenntnis. Früher hatten sie deutlich gemacht, damit zur Unabhängigkeit der Untersuchung beitragen zu wollen.

Köln: Rörig begrüßt neue Kommission

Zudem kündigte das Erzbistum an, zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle eine unabhängige Kommission einzurichten. Dazu werde derzeit mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung ein „Fahrplan“ abgestimmt, erklärte Generalvikar Markus Hofmann nach Angaben des Erzbistums. Hierzu werde auch Kontakt mit der NRW-Landesregierung aufgenommen.

Damit setze das Erzbistum eine Vereinbarung zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Missbrauchsbeauftragten Johannes-Wilhelm Rörig um. Dieser habe den Schritt „ausdrücklich begrüßt“. 

Der Hintergrund

Woelki und Hofmann hatten Ende Oktober die Veröffentlichung des WSW-Gutachtens abgesagt und dies mit methodischen Mängeln begründet. Dies sei kein leichter Entschluss gewesen, sagte der Kardinal vor dem Gremium. „Wir mussten uns mit ernstzunehmenden Warnungen renommierter Juristen auseinandersetzen, die zu einem vernichtenden Urteil kamen“, so der Erzbischof. „Darüber konnte ich mich nicht einfach hinwegsetzen.“

Der neue Gutachter Gercke habe wortgleich denselben Auftrag wie WSW bekommen. Unverändert bleibe das Ziel, Verantwortlichkeiten festzustellen und Namen zu nennen.

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