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„Ich glaube, dass sein Aufklärungswille wirklich deutlich ist“

Bätzing verteidigt Woelki – Bischöfe beginnen Vollversammlung

  • Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Frühjahrs-Vollversammlung begonnen.
  • Wegen der Corona-Risiken tagen die Bischöfe erstmals per Online-Konferenz.
  • Zu Beginn verteidigte Bischof Georg Bätzing den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.
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Während die Diskussion über die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche weitergeht, hat die Deutsche Bischofskonferenz ihre Frühjahrs-Vollversammlung begonnen. Wegen der Corona-Risiken tagen die Bischöfe erstmals per Online-Konferenz.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing aus Limburg, verteidigte zu Beginn der Versammlung den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki: „Ich glaube Kardinal Woelki, dass sein Aufklärungswille wirklich deutlich und klar ist.“

Verständnis für Unmut

Zugleich äußerte Bätzing Verständnis für den Unmut darüber, dass Woelki ein erstes Gutachten zur Aufarbeitung von Missbrauch in dessen Erzbistum bislang nicht veröffentlichte. Er habe mit dem Kardinal mehrfach gesprochen, aber an dessen Kurs habe sich nichts geändert, so Bätzing. Nun sei die Veröffentlichung des zweiten Gutachtens angekündigt: „Wir werden jetzt warten müssen bis zum 18. März und möglichst keine Vorverurteilungen treffen.“

Allgemein habe die katholische Kirche bei der Missbrauchs-Aufarbeitung Fortschritte gemacht, sagte der Konferenzvorsitzende. Sie orientiere sich an der 2020 getroffenen Vereinbarung mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes Wilhelm Rörig. Daran werde die Kirche sich messen lassen.

Lob für Kirchen-Einsatz in Corona-Krise

Auf die Frage, wie er zur Einrichtung einer politischen Wahrheitskommission zur Aufarbeitung von Missbrauch stehe, antwortete Bätzing zurückhaltend. Den Bischöfen sei klar, dass Kirche Aufarbeitung nicht allein leisten könne. Dafür brauche es die gesellschaftliche Öffentlichkeit, aber vor allem die Betroffenen. „Nur sie allein kennen die Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche schrecklicherweise im Bereich der Kirche machten mussten.“

Lobend erwähnte Bätzing das kirchliche Engagement in der Corona-Krise. Zu Weihnachten beispielsweise habe die Kirche trotz der Pandemie viele Impulse setzen können.

Schwerpunktthema Kirchenaustritte

Zu Beginn der Vollversammlung befassten sich die Bischöfe mit dem Thema Sterbehilfe. Bätzing betonte, die katholische Kirche lehne eine Normalisierung der Suizidbeihilfe klar ab.

Im Mittelpunkt der Beratungen steht ein Studientag zu den Erfahrungen mit Kirchenaustritten und Kirchenverbleib. Die Vollversammlung endet am Donnerstag.

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