Die Risikofaktoren des Systems Kirche seien kein Thema

BDKJ: Weltsynode arbeitet Missbrauch nicht auf

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Dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fehlt bei der Weltsynode in Rom das Ziel, den Missbrauch in der katholischen Kirche aufzuarbeiten.

Aus Sicht des Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gregor Podschun, fehlt bei den Beratungen der Weltsynode in Rom das Thema Missbrauchsaufarbeitung. Der Vatikan habe bis heute "systemische Risikofaktoren" für sexuellen Missbrauch in der Kirche "nicht als solche anerkannt", sagte Podschun am Samstag in einem Interview des katholischen Kölner Portals domradio.de.

Das heiße aber auch, dass der Vatikan "die Konsequenzen nicht anerkennt, also die Konsequenz, das Machtsystem aufzubrechen". Podschun fügt hinzu: "Die Notwendigkeit sieht der Vatikan ja gar nicht." Es sei daher "nur logisch, dass er nicht diese Themen berät", obwohl sie in der gesamten Weltkirche vorhanden seien. Bei den Beratungen der Weltsynode sei bislang ein wichtiger Schritt nicht getan worden, nämlich "die Anerkennung des Leids, das in der Kirche geschehen ist".

Deutsche Bischöfe in der Pflicht

Dies sei jedoch "ein drängendes Thema, was wir auch zeitlich nicht weiter nach hinten schieben können und was jetzt dringend angegangen werden muss", so der BDKJ-Bundesvorsitzende. Die deutschen Bischöfe hätten daher die Pflicht, sich dafür einzusetzen, "dass diese Themen auf die Agenda kommen und auch Entscheidungen dazu getroffen werden", sagte Podschun.

Nach vier Wochen enden an diesem Samstag im Vatikan die Beratungen der ersten Phase der Weltsynode der katholischen Kirche. Rund 350 Mitglieder, unter ihnen zahlreiche Männer und Frauen aus dem Kirchenvolk, sollen am Nachmittag über ein Schlussdokument abstimmen. Für Sonntag ist der feierliche Abschlussgottesdienst unter dem Vorsitz von Papst Franziskus vorgesehen.