Übernahme in Tecklenburg-Brochterbeck gescheitert

Bistum Münster übernimmt keine Kita-Trägerschaft mehr

Die Trägerschaft für eine neue Kindertageseinrichtung in Tecklenburg-Brochterbeck wird das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) übernehmen. Über eine entsprechende Vorlage will am 22. Juni der Jugendhilfeausschuss des Kreises Steinfurt entscheiden. Das CJD ist unter anderem Mitglied des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Zuvor hatte die katholische Pfarrei Heilig Kreuz in Ibbenbüren nach Gesprächen mit dem Bistum Münster die Bewerbung zurückgezogen. Ursprünglich wollten die Pfarrei und besonders die Familien in Brochterbeck die neue Kindertageseinrichtung in einer katholischen Trägerschaft wissen. Die Familien sammelten mehr als 1.300 Unterschriften und übergaben diese Vertretern des Bischöflichen Generalvikariats in Münster. Doch das Bistum blieb bei seiner schon zuvor geäußerten Meinung, keine weiteren Kindertageseinrichtungen übernehmen zu wollen.

Grundsatzentscheidung der Bistumsleitung

Im einem Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ bat Generalvikar Norbert Köster um Verständnis für diese Entscheidung. „Derzeit gibt es in allen Teilen des Bistums von politischer Seite und von den Kommunenden Druck auf die Kirche, die Trägerschaft für weitere Kindertageseinrichtungen zu übernehmen. Wenn wir dem Druck nachgeben würden, käme es zu einem umfangreichen Ausbau dieser Einrichtungen mit kaum abzusehenden finanziellen Folgen.“ Die Bistumsleitung habe deshalb schon vor einiger Zeit entschieden, keine weiteren Tageseinrichtungen für Kinder zu übernehmen und keine Präzedenzfälle zu schaffen, sagte Köster.

Man müsse auch die Situation in anderen Pfarreien sehen, die Gotteshäuser und Pfarrheime schließen müssten. Hier eine Ausnahme machen zu wollen, sei gegenüber anderen Pfarreien ungerecht.

700 Kinder-Tageseinrichtungen in katholischer Trägerschaft

Schon jetzt seien die Kosten für die etwa 700 Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Münster sehr hoch, argumentiert Köster. Zu den etwa 35 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen für diese Einrichtungen flössen bereits jetzt mehrere Millionen Euro jährlich allein in den Defizitausgleich der nicht auskömmlichen „Kibiz-Pauschalen“.

Zu bedenken sei ferner die langfristige Bauunterhaltung. „Wir haben lange geprüft, ob in Brochterbeck nicht die bestehende katholische Kita mit einem kompletten Neubau erweitert werden kann. Das bestehende Familienzentrum ist aber bestens in Schuss“, erläutert der Generalvikar. Letztlich dürfe man sich fragen, ob nur die katholische Kirche für den Kita-Bereich zuständig sei.

Kita-Erweiterung nötig aber nicht möglich

In Brochterbeck hat das katholische Familienzentrum vier Gruppen und damit eine Gruppe mehr als ursprünglich geplant. Im Rahmen der Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2018/19 im Sozialraum Brochterbeck hatte das Jugendamt eine Gruppenerweiterung festgestellt. Grund dafür ist die höhere Anzahl der Kinder unter drei Jahren und die steigende Nachfrage nach Plätzen von Kindern unter drei Jahren. Eine Gruppenerweiterung an der bestehenden Einrichtung wurde geprüft. Die räumlichen Verhältnisse lassen das aber nicht zu.