Textilkonzern wird Ausbeutung in Sri Lanka vorgeworfen

C&A wegen Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in der Kritik

Der mehrfach für seine Bemühungen um Nachhaltigkeit ausgezeichnete Modekonzern C&A kann bei seinen Zulieferern offenbar keine menschenwürdigen Arbeitsbedingungen garantieren. Wie der „Spiegel“ berichtet, kommen so Arbeiter in Textilfabriken Sri Lankas häufig nur durch Überstunden auf den gesetzlichen Mindestlohn von umgerechnet 79 Euro im Monat.

Das Magazin beruft sich unter anderem auf eine Studie, die die Christliche Initiative Romero (CIR) aus Münster zusammen mit einer Partnerorganisation in Sri Lanka durchführte. Für die Untersuchung wurden 76 Arbeiter in zehn Fabriken befragt, fünf davon produzieren für C&A. Fast jeder zweite Befragte verdient demnach in der regulären Arbeitszeit nicht einmal den Mindestlohn.

C&A-Sprecher: Verstöße werden nicht hingenommen

Laut einem C&A-Sprecher werden alle Fabriken regelmäßig auditiert. Die Missstände seien Verstöße gegen den Verhaltenskodex für Lieferanten und würden nicht hingenommen. Aktivistin Anna Bryher warf dem Konzern dagegen vor, er toleriere die prekäre Lage vieler Arbeiter schon lange. Die Britin ist Hauptautorin einer Studie der Nichtregierungsorganisation Clean Clothes Campaign, die Löhne in der Textilindustrie untersucht hat.

Bei C&A sei „gar nichts“ erreicht worden, so Bryher. Die Studie führt das Unternehmen in der untersten Kategorie, mit Konzernen wie Adidas, H&M oder Zalando. C&A verweist auf die vom Unternehmen mitgegründete ACT-Initiative, die Tarifverträge auch in asiatischen Ländern durchsetzen will, bisher allerdings erfolglos.

Wurzeln in Mettingen

Das Textilunternehmen C&A hat seine Wurzeln in Mettingen im Tecklenburger Land. Der Name stammt von den Firmengründern Clemens und August Brenninkmeijer. Die Brüder und Kaufleute gründeten 1841 im niederländischen Sneek die Firma C&A.

Die Familie Brenninkmeijer hat katholische Wurzeln. In ihrer Geschichte bestanden und bestehen enge Kontakte zur katholischen Kirche. „Unser Glaube verbindet uns Eigentümer als Quelle der Inspiration“ erklärte Maurice Brenninkmeijer, Oberhaupt des C&A-Clans, im Juli 2016 in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.