Neues Angebot ab Mitte 2018

Caritas erprobt Schwangerschaftsberatung per Chat und Messenger

Der Deutsche Caritas-Verband will in einem Pilotprojekt seine Online-Angebote in der Schwangerschaftsberatung erweitern. Neben dem persönlichen Gespräch und der E-Mail-Beratung können Ratsuchende zur Jahresmitte 2018 erstmals eine Chat-Beratung sowie einen Messenger-Dienst nutzen, wie die Essener Diözesan-Caritasdirektorin Sabine Depew am Montag auf einer Fachtagung in Mülheim an der Ruhr bekanntgab. „Wer ständig online ist, erwartet schnelle Antworten, Tipps und sofortige Hilfe. Darauf müssen wir reagieren, wenn wir nah bei den Menschen bleiben wollen“, sagte Depew vor rund 90 Fachberaterinnen aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Eigenen Angaben zufolge macht die Caritas bereits seit 2002 gute Erfahrungen mit der Online-Beratung: Kostenlos und anonym können sich Ratsuchende bei Fachberatern in 15 verschiedenen Themenfeldern online Hilfe holen - etwa bei Fragen zu Schulden, Sucht, Aids, Erziehungsproblemen oder zum Leben im Alter. Im Bereich der Schwangerschaftsberatung führte die Caritas im Jahr 2016 knapp 120.000 Gespräche persönlich und 3.500 online. Insgesamt sei die Zahl der Schwangerschaftsberatungen seit 2013 um 20 Prozent gestiegen, hieß es.

Neuer Facebook-Auftritt

Die digitalen Zugangswege über Chat- oder Messenger-Dienst sollten ein zusätzliches Angebot schaffen, einen Rückgang der Ratsuchenden in der Beratungsstelle erwarte man nicht. Weiterberatungen nach dem Erstkontakt könnten jedoch einfacher werden.

Zusätzlich soll es fachkundig moderierte Foren zu allgemeinen Fragen rund um die Schwangerschaft geben. Zudem wird nach Caritas-Angaben ein neuer Facebook-Auftritt tagesaktuell Informationen für die Arbeit der Beraterinnen zur Verfügung stellen. Sämtliche Angebote sollen über ein gemeinsames Internet-Portal einfach aufzufinden sein.