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Sajeev Myladiath dankt Unterstützern für 26.500 Euro

Corona-Nothilfe aus Emsdetten für Indien: Pfarrer ist überwältigt

  • Mit so viel Unterstützung hat Pfarrer Sajeev Myladiath nicht gerechnet: 26.500 Euro kommen für Corona-Hilfsprojekte in Indien zusammen.
  • Viele Emsdettener haben den Pfarrer bereits auf Reisen ins Bistum Adilabad begleitet und wollten nun helfen.
  • In der ländlichen Region in Zentralindien ist die medizinische Infrastruktur kaum ausgebaut, Kirchengemeinden sind oft die einzigen verlässlichen Ansprechpartner.
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Er könne es immer noch nicht richtig fassen, sagt Pfarrer Sajeev Myladiath am Telefon. Seit neun Jahren ist der Geistliche aus dem indischen Bundesstaat Kerala in der Pfarrei St. Pankratius in Emsdetten eingesetzt. „Sicher, die Leute kennen mich hier, aber mit so einer unvorstellbaren Hilfsbereitschaft habe ich nicht gerechnet. Ich bin völlig überwältigt“, erklärt er auf die Reaktionen aus der Gemeinde. 153 Menschen haben nach seinem Aufruf im Mai nun 26.500 Euro für Corona-Hilfsprojekte in Indien gespendet.

Das Ausmaß der Pandemie im Bistum Adilabad in Zentralindien hatten Myladiath dazu bewogen, die Emsdettener um Unterstützung zu bitten. Über einen Austausch und einige Reisen in die Region haben viele Menschen aus der Pfarrgemeinde eine Beziehung zu dem dortigen Bistum: „Viele wissen um das einfache Leben, aber auch die Herzlichkeit der Menschen “, sagt Pfarrer Myladiath.

Die Situation sei schlimm. Es gibt kaum Test-Möglichkeiten und die medizinische Versorgung ist mehr als notdürftig. Die Menschen müssen lange Wege von ihren Dörfern bis zum nächstgelegenen Krankenhaus zurücklegen. Medikamente sind für viele unbezahlbar“, berichtet er. Oft böten die kleinen katholischen Gemeinden die einzige verlässliche Infrastruktur.

„Nothelfer“ aus Emsdetten für Indien

Der dortige Bischof Prince Panengadan hat durch das Projekt der Caritas „Karunyanidhi“ die Möglichkeit, den Ärmsten der Armen vor Ort zu helfen. Gemeinsam mit indischen gemeinnützigen Gesundheitsorganisationen verteilen Seelsorger mit ihren Helfern vor allem Lebensmittel und medizinische Austrüstung an Krankenhäuser, kleine Praxen und an Bedürftige vor Ort. „Man kann sich kaum vorstellen, wie die Menschen dort leiden.“ Das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern habe vor allem mit seiner unzureichenden medizinischen Infrastruktur zu kämpfen: „Die Not in den ländlichen Gebieten sowie in den Slums der Städte ist übergroß. Es dauert auch einfach zu lange, wenn jemand sechs Stunden bis zum nächsten Krankenhaus in Hyderabad mit Sauerstoffgerät transportiert werden muss. Das bedeutet den sicheren Tod.“

Von der Situation hatte sich Pfarrer Myladiath noch um Ostern selbst ein Bild machen können: „Ich befand mich bei meiner schwerstkranken Schwester, um die weitere Versorgung zu organisieren.“ Seine Mutter sei hochbetagt und benötige ebenfalls Unterstützung. „Ich sehe, dass nicht nur ältere, sondern auch junge und Menschen mittleren Alters, ja sogar Kinder, gleichermaßen betroffen sind. Das Gesundheitssystem ist in viele Landesteilen zusammengebrochen.“

Nach seinem Rückflug und Aufenthalt in der Quarantäne ließen die Bilder Pfarrer Myladiath nicht los. Von seiner Wohnung aus organisierte er dann den Aufruf, der innerhalb eines Monats diese große Summe erbrachte. „Ich fühle mich von den Menschen hier getragen“, sagt er. „So viel Nothelfer an der Seite der Menschen in Indien zu wissen, erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit“, meint Pfarrer Myladiath.

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