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Vertreter Bauer nennt Zahlung "katastrophal"

Erzbistum Köln: Betroffene kritisieren Schuldentilgung für Priester

  • Missbrauchsbetroffene kritisieren die Zahlung von Schulden eines Priesters durch das Erzbistum Köln.
  • Betroffene erhielten deutlich weniger Geld, als die vom Erzbistum getilgten Schulden, lautet eine Kritik.
  • Allerdings sei der sogenannte BB-Fonds ursprünglich für Priester in Not eingerichtet worden.
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Betroffene von Missbrauch in der katholischen Kirche kritisieren, dass das Erzbistum Köln die Schulden eines Priesters in Höhe von fast einer halben Million Euro bezahlt hat. Dass das Geld aus demselben Sondertopf stammt wie Anerkennungsleistungen für Missbrauchsopfer, stieß besonders auf Unmut. Der bisherige Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln verteidigte die Zahlung hingegen.

Laut Medienberichten machte der Priester die Schulden unter anderem bei Glücksspielen. Bei Suchtproblemen sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden zwar unterstützen, sagte das Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz, Patrick Bauer, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Aber die entstandenen Schulden zu bezahlen, finde ich katastrophal. Jeder andere Mensch muss in so einer Situation im schlimmsten Fall in Privatinsolvenz gehen.“

Betroffene erhalten deutlich weniger Geld

In seiner Arbeit als Gefängnisseelsorger begegneten ihm Inhaftierte, „die wegen weitaus weniger Schulden hier sitzen“, sagte Bauer, der auch der Organisation „Eckiger Tisch Bonn“ angehört. Für die Kirche stehe offenbar der Schutz eines Priesters und der Schutz ihres Rufes über den Gesetzen.

Auch der Sprecher der bundesweiten Initiative „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, äußerte sich kritisch. „Für ihre Kleriker ist der Kirche kein Opfer zu groß“, sagte er dem Nachrichtenportal "t-online.de“. Missbrauchsbetroffene erhielten in Anerkennung ihres Leids deutlich weniger Geld, als dem Erzbistum Köln die Schuldentilgung für einen Geistlichen wert gewesen sei.

Sonderfonds für Priester eingerichtet

Der bisherige Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln, Peter Bringmann-Henselder, widersprach diesem Vergleich. Der Sonderfonds sei vor vielen Jahren gegründet worden, um Priestern in genau solchen Fällen zu helfen, sagte er der KNA. Erst später habe Kardinal Rainer Maria Woelki auch Zahlungen für Missbrauchsbetroffene aus diesem Topf entnehmen lassen. So habe er vermeiden wollen, dass die Gelder aus Kirchensteuermitteln stammen. Wie hoch die Leistungen für Betroffene seien, bestimme nicht das Erzbistum, sondern eine unabhängige Kommission, die die Deutsche Bischofskonferenz eingerichtet hat.

In Rede steht der sogenannte BB-Fonds, der über mehrere Jahrzehnte aus den Abgaben von Geistlichen entstanden ist. Das Erzbistum Köln hatte vergangene Woche bestätigt, aus diesem Topf fast 500.000 Euro gezahlt zu haben, um die Schulden eines Geistlichen zu begleichen. Später hätten in der Sache noch Steuern und Zinsen aus dem Personalkostenbudget nachgezahlt werden müssen. So sei ein Gesamtbetrag von rund 1,15 Millionen Euro zustande gekommen. Bei der Zahlung der Gelder seien die Aufsichts- und Kontrollgremien der Erzdiözese nicht eingebunden worden; dies sei auch nicht nötig gewesen.

Das Erzbistum bemühe sich, Priester in Not im Rahmen der Fürsorgepflicht zu unterstützen, hieß es. Man gehe aber davon aus, „dass ein solcher Fall heute so nicht mehr auftreten kann“.

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