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Jesiden, Muslimen und Christen arbeiteten in Coesfeld zusammen

Flüchtlinge aus drei Religionen basteln upgecycelte Krippe

  • Spaziergänger in Coesfeld freuen sich über eine weihnachtliche Darstellung, die Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft an einem Wanderweg errichtet haben.
  • An dem Krippenbau haben sich Flüchtlinge aus Georgien, Lateinamerika, Eritrea, dem Irak und dem Libanon beteiligt.
  • Aus der Krippenkonstruktion entsteht später ein Hochbeet mit Kräutern.
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Als vor einigen Wochen eine Familie mit einem kleinen Kind spät abends und bei strömendem Regen Aufnahme in der Flüchtlingsunterkunft an der Daruper Straße in Coesfeld Aufnahme fand, fühlte sich Norbert Lütkenhaus gleich an Weihnachten erinnert. „Es war wie ein Zeichen“, sagt das Mitglied der Coesfelder Flüchtlingsinitiative. An dem besagten Abend sei er gebeten worden, bei der Ankunft der Familie dabei zu sein und beim Einzug zu helfen.

„Das Ehepaar mit dem Baby gab mir dann die Idee, mit den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft die Krippe zu bauen“, sagt Lütkenhaus. Rechtzeitig zu Weihnachten konnte das Werk fertig werden.

Upcycling war Motto bei der Vorbereitung

„Es war eine multikulturelle und multireligiöse Zusammenarbeit“, sagt der Flüchtlingshelfer. Jesiden, Muslime und orthodoxe Christen aus Georgien, dem Libanon und dem Irak, aus Eritrea und Lateinamerika haben mitgewirkt. „Beim Bau wurde auch über die Gemeinsamkeiten der Religionen und die Bedeutung des Weihnachtsfestes für uns Deutsche gesprochen“, sagt Lütkenhaus.

Die Krippenfiguren sind bewusst abstrakt gehalten. Alles stand unter dem Motto „Upcyling“, um gebrauchte Materialien wieder zu verwenden. Holz und Palletten spendeten einige Firmen. Den Strom für die Lichterketten stellen Nachbarn zur Verfügung.

Gespräche bei Tee und Gebäck folgen später

Viele Coesfelder haben die Darstellung bereits betrachten können, weil die Unterkunft an einem beliebten Rad- und Wanderweg liegt. Aufgrund der aktuellen Corona-Abstandsregelungen ist es aber nicht möglich, Kontakte zwischen Flüchtlingen und Spaziergängern herzustellen, bedauert Lütkenhaus.

„Wir hatten vor, mit Tee und Gebäck mit den Spaziergängern ins Gespräch zu kommen“, sagt der Flüchtlingshelfer. Was heute nicht sein kann, ist vielleicht später möglich. Aus der Krippenkonstruktion entsteht in einigen Wochen ein Hochbeet. „Über das Pflanzen von Kräutern kann man ja auch ins Gespräch kommen.“

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