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Freiwillige aus Cloppenburg rufen Senioren in Altenheimen an

Gegen die Einsamkeit: Ehrenamtliche stehen zum Telefon-Schnack parat

  • Mit offenen Briefen gegen die Einsamkeit will die Ehrenamtsagentur Cloppenburg alte Menschen ansprechen.
  • Ergänzt hat sie das Projekt nun um die Idee „Klönen und Schnacken am Telefon“.
  • Christian Lüken, früher Pastoralreferent in Cloppenburg, hat sie organisiert.
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Christian Lüken weiß das noch aus seiner Zeit als Pastoralreferent in St. Andreas Cloppenburg, wo er bis 2012 tätig war und nun im Ruhestand lebt. In den Altenheimen der Stadt leben oft Menschen, die einsam sind und wenig Kontakte haben. Kaum Besuche, kaum Gespräche mit Menschen von draußen. In der Zeit des Lockdowns während der Corona-Pandemie habe sich das Problem noch verschärft, sagt Lüken. Da seien die Heime schließlich völlig abgeschottet gewesen.

In der Ehrenamtsagentur Cloppenburg entwickelte Lücken mit anderen Engagierten eine ungewöhnliche Idee: „Klönen und schnacken am Telefon“. Ehrenamtliche würden nach Absprache regelmäßig alte Menschen anrufen und mit ihnen ungezwungen das Gespräch suchen.

 

Telefonfreundschaften werden geschlossen

 

Lüken streute 30 Grußkarten mit in den Altenheimen der Stadt und der Umgebung, in denen diese Telefonate angeboten und erklärt werden. Mit dem ersten Rücklauf ist er zufrieden: „Sechs alte Menschen haben sich gemeldet. Mit einigen haben unsere Mitarbeiter schon regelrecht Telefonfreundschaften geschlossen.“

Und manche Menschen werden inzwischen auch persönlich besucht, ergänzt er. Die Lockerungen der Corona-Bestimmungen im Landkreis hätten das möglich gemacht.

 

Idee mit Briefen kam nicht an

 

Telefonfreundschaft ist für Lüken ein Stichwort, das auf seine ursprüngliche Idee hinweist: Er wollte eigentlich Brieffreundschaften zwischen Menschen in Altenheimen stiften, im Rahmen des Projekts „Briefe gegen die Einsamkeit“.

Hier sei das Echo überraschend gering gewesen, berichtet Lüken. Nur drei alte Menschen hätten Interesse gezeigt, zugleich sich aber 50 Ehrenamtliche für das Projekt als Schreiber gemeldet. Dauerhafte Brieffreundschaften seien offensichtlich nicht gefragt.

 

Ehrenamtsagentur reagiert flexibel

 

Die Ehrenamtsagentur reagierte flexibel und gründete die Aktion „Beste Wünsche und liebe Grüße“, bei der Ehrenamtliche offene Briefe über sich an beliebige Empfänger schreiben, die dann in Heimen verteilt werden – mit dem Wunsch, Ermunterung zu vermitteln.

Zudem sei dann eben die Idee mit den Telefonanrufen umgesetzt worden, berichtet Lüken. Inzwischen freut er sich über die „kontaktfreudigen Menschen“, die sich einsetzen. Dabei gehe es einfach nur um freundliche, positive Konversation.

 

Schulung für "gekonnte Klönschnackerei"

 

Die Agentur bietet aber auch eine Schulung an, für „gekonnte Klönschnackerei“. Zum Beispiel: Wie beginnt und beendet man ein Telefonat, wie meistert man schwierige Gespräche? Situationen, auf die man sich gezielt vorbereiten könne, sagt Lüken.

Während des strengen Lockdowns gab es den Unterricht stilgerecht per Telefon.

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