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„GeistesGegenwart“ in St. Georg endet nicht mit neuer Taufschale

Gemeinde in Saerbeck soll Kunstprojekt online weiterentwickeln

  • Der Umbau der Saerbecker „Wege-Kirche“ von 1898 ist mit Kunstprojekt „GeistesGegenwart“ abgeschlossen.
  • Gemeindemitglieder werden einbezogen, so übertreten Eltern bei einer Taufe beispielsweise mit dem Kind ein „Schaufenster des Glaubens“.
  • Via QR-Code für Handys ist das Projekt für die Erweiterung ins Internet vorbereitet.

Blau, Gold, Bronze: In diesen Farben zeigt sich das Schlussstück des Kunstprojektes „GeistesGegenwart“ in der Saerbecker Pfarrkirche. Der Osnabrücker Künstler Mario Haunhorst und der emeritierte Pfarrer Peter Ceglarek legten nun die neue Weihwasser-Schale in den Jahrhunderte alten Taufstein ein. Damit ist nach Umbau und Renovierung des Kirchengebäudes das Projekt „GeistesGegenwart“ – bis auf letzte Anpassungen des Bronzekreuzes im Taufbecken – baulich komplett. „Die Aufgabe, diese Idee in die Gemeinde zu tragen und zu entwickeln, beginnt jetzt“, sagte Mario Haunhorst.

Das Projekt „GeistesGegenwart“ besteht materiell aus mehreren kleinen Elementen, die in ihrem Zusammenhang und ihrer Ausstrahlung Bedeutung gewinnen. Angeordnet sind sie entlang der Hauptachse des 1898 geweihten, neugotischen Gebäudes, das der Münsteraner Architekt Ludger Wilhelm Rincklake als Wege-Kirche konzipierte. Ebendiesen Charakter will das Projekt „GeistesGegenwart“ neu hervorheben und Anknüpfungspunkte für den Glauben im Heute bieten, erläuterten Mario Haunhorst und Peter Ceglarek bei einem Treffen mit Mitgliedern der Pfarrei.

Eltern tragen ihre Kinder über Glaubenszeugnissen von Gemeindemitgliedern

An der ältesten Stelle der Kirche, wo wohl schon im zwölften Jahrhundert eine Turmmauer stand, liegt im Boden eingelassen und mit Trittglas bedeckt das „leuchtende Schaufenster des Gemeinde-Glaubens“. Es ist die Einladung an alle, ein ganz persönliches Zeugnis des eigenen Gott-Vertrauens, Zweifelns, der Sehnsucht und Verbundenheit mit der St.-Georg-Pfarrgemeinde abzulegen, wie es Pfarrer Peter Ceglarek als Anregung formuliert. „Wir möchten Menschen motivieren zu zeigen: Warum sind wir selbst Christen – ‚Glaubenszeugen‘“, erklärte Mario Haunhorst die Idee. Dazu sei alles geeignet, was in das „Schaufenster“ passe: Kommunionkinder können einen bemalten Stein hineinlegen, Taufeltern ein Symbol zur Taufe ihres Kindes oder Gläubige eine Fürbitte.

Entlang des Weges vom Hauptportal treten die Menschen über dieses Schaufenster vor den neu platzierten Taufstein, dessen Entstehung auf das 13. Jahrhundert datiert wird. Das mittelalterliche Rankenfries findet seine aktuelle Fortsetzung nun in einem eingelegten Bronzekreuz, auf dem die neue Schale liegt. Gestaltet von Mario Haunhorst, stellt ihr Hintergrund einen frischen blauen Wirbel wie Wasser dar. In Gold zeigt die Schale in ihrem Zentrum eine stilisierte Taube, darüber den Schriftzug „Ich bin da“ – die Bedeutung des Gottesnamens Jahwe. „Es geht um die Zusage des erlebbaren Gottes“, erklärte Mario Haunhorst. Eltern tragen ihre Kinder über das „Schaufenster“ mit den Glaubenszeugnissen von Gemeindemitgliedern an diesen Ort zur Taufe als erstem Schritt zum Christsein.

Reliquien „moderner“ Heiliger

Weiter führt der Weg zur Osterkerze direkt hinter dem Taufstein – für Ceglarek und Haunhorst der Weg zur Hoffnung auf Auferstehung für alle Menschen. Am anderen Ende des Mittelgangs findet sich die beim Umbau vorgezogene Altarinsel in der Mitte der Gemeinde. In Verbindung mit dem „Schaufenster des Gemeindeglaubens“ im Turm ist vor dem neuen, schlichten Steinaltar ein ähnlich gestaltetes, kleineres Schaufenster im Boden eingelassen. Dort sollen – nach Corona - die Heiligenreliquien eingelegt werden. In Planung sind unter anderem Überreste des im KZ umgekommenen Maximilian Kolbe und Schwester Mutter Teresa. „Die Glaubenszeugnisse der Menschen im Hier und Jetzt über die Wege-Achse verbunden mit den Heiligen als Glaubenszeugen und - vorbildern, sichtbar und erlebbar in der Mitte der Gemeinde am Altar“, so Peter Ceglarek. Den Abschluss des Weges bildet der restaurierte neugotische Hochaltar, die zum Himmel weisende Darstellung des Oster- Geheimnisses.

„GeistesGegenwart“ als neuer Ausdruck für Glauben

„Wie können Erfahrungen, die Menschen heute machen, und die Kirche verbunden werden? Wie geht Christsein heute?“ Das seien die Fragen gewesen, als Umbau und Renovierung der Kirche anstanden, erinnerte sich Peter Ceglarek. „Es geht um unsere Pfarrkirche, um unsere St.-Georg-Gemeinde, zu der wir gehören“, sagte er besonders mit Blick auf das „Schaufenster“. Das Projekt „GeistesGegenwart“ stehe allerdings auch vor dem Hintergrund einer schwindenden Bedeutung von Kirche im Leben der Menschen und der Suche nach neuen Ausdrücken des Glaubens. Via QR-Code für Handys ist das Projekt für die Erweiterung ins Internet vorbereitet. Es wurde ausschließlich durch Spenden finanziert, erklärte Peter Ceglarek.

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