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Ausstellung in Emmerich mit Epoxidharz und Schrott-Kreuz

Lichtobjekte in der Heilig-Geist-Kirche laden zum Perspektivwechsel ein

  • Kreuzes-Darstellungen und andere Objekte stellt der Künstler Jacobus Reyers im niederrheinischen Emmerich aus.
  • Je nach Lichtverhältnissen und Standort im Raum der Heilig-Geist-Kirche wechseln die Farben der Kunstwerke.
  • Betrachtet werden kann ebenfalls eine Fastentuch-Installation von Uta Meenen: Weiße Tücher verhüllen das bekannte „Schrott-Kreuz“.
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Mehrere außergewöhnliche Kunstobjekte von Jacobus Reyers können in der Heilig-Geist-Kirche im niederrheinischen Emmerich betrachtet werden. Die Werke, die Reyers unter dem Thema „Leben, Liebe, Licht und Farben“ ausstellt, sind bis Pfingsten zu sehen.

Je nach Tageszeit und Standort wirken die Werke in unterschiedlicher Weise. Es handelt sich um Lichtobjekte, die nicht nur durch das hereinscheinende Sonnenlicht besonders in Szene gesetzt werden, sondern im Dunkeln in verschiedenen Farben leuchten.

Neue Sichtweisen in ungewöhnlicher Zeit

Die Kunst möchte die Besucherinnen und Besucher zu einer meditativen Betrachtung einladen. „Leben, Liebe, Licht und Farben geeint mit immer neuen Perspektiven passen sehr gut in diese ungewöhnliche Zeit, die uns Menschen vieles abverlangt, aber zugleich hilft, neue Sichtweisen zu entwickeln“, sagt Pfarrer Bernd de Baey von der Emmericher Seelsorgeeinheit St. Christophorus und St. Johannes der Täufer.

Der 67-jährige Reyers, der aus der Gemeinde Heilig Geist stammt und heute in Mering bei Augsburg lebt, arbeitet mit dem Werkstoff Epoxidharz. Dessen Fähigkeit zur Transformation von flüssig zu fest hat ihn schon viele Jahre fasziniert. Vor einigen Jahren begann er, altes und morsches Holz mit Epoxidharz zu verarbeiten.

Kunstwerke leuchten im Dunkeln

Die Wirkung seiner Arbeiten erklärt Reyers so: „Die Lichtobjekte ziehen schon bei Tageslicht den Blick auf sich. Noch intensiver wirken die Lichtobjekte im Dunkeln, wenn sie leuchten. Das Licht ist warm und sanft und wirkt durch Lichtbrechung und Streuung. Das schafft eine einzigartige Wirkung im Raum.“

Das Innere der Lichtobjekte lade die Augen ein, darin zu wandern und sich darin zu verlieren: „Die Fantasie wird angeregt, die Gedanken schweifen. Beruhigung tritt ein. Betrachter werden immer wieder neue spannende Details entdecken“, sagt Reyers.

Weiße Tücher verhüllen Schrottkreuz

In den Wochen der Fastenzeit ist das bekannte „Schrott-Kreuz“ der Heilig-Geist-Kirche durch die Fastentuch-Installation der Bühnenbildnerin Uta Meenen verhüllt. Das sieben Meter hohe und neun Meter breite Monumentalkreuz prägt das liturgische Zentrum der Kirche, den Altarraum. Es besteht aus Stahlabfällen unterschiedlichster Herkunft. Daher stammt die Bezeichnung „Schrott-Kreuz“.

Das vom Emmerich Künstler Waldemar Kuhn für die 1966 geweihte Kirche geschaffene Kreuz ist kein Kreuz, das eine triumphale Überwindung von Leid und Tod verkündet. Der frühere Gemeindepfarrer Lambert Brimmers sagte einmal: „Mit seiner Botschaft vom Scheitern des Menschen und seiner Ohnmacht angesichts von Leid und Tod, ja sogar von seiner Verlassenheit gerade im und am Kreuz ist es den Menschen näher, als sie zunächst selbst empfinden können oder wollen.“

Eingeschränkte Öffnungszeiten der Kirche

Verhüllt ist das Kreuz von weißen Tuchbahnen. Weiß ist die Symbolfarbe für das Licht, für das Transzendente und das Ewige. Über das schlichte „Hungertuch der Fastenzeit“ sagt der Pfarrer Jan Heiner Schneider vom Emmericher Seelsorgeteam: „Wir müssen wieder sehen lernen. Wir hier in Emmerich haben uns so sehr an den Anblick des Schrott-Kreuzes gewöhnt, dass wir seine Provokation, seine Aussage und seine verstörende Wirkung oft nicht mehr wahrnehmen.“ Dass die Hungertuch-Installation das Kreuz unseren Blicken entziehe, lasse uns feststellen „ob wir es vermissen, ob es uns wichtig ist oder nicht“, meint Schneider.

Außerhalb der Gottesdienste besteht mittwochs von 18 bis 21 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr die Möglichkeit, die Fastentuch-Installation und die Objekte von Jacobus Reyers unter Einhaltung der geltenden Corona-Schutzregelungen auf sich wirken zu lassen.

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