Künstler Thomas Heweling schnitzt gegen das Virus

Skulptur „Corona-Faust“ am Kloster Kamp sorgt für Aufsehen

  • Eine zum Himmel gestreckte Faust aus Eichenholz sendet die Botschaft, in Zeiten der Corona-Pandemie zusammenzuhalten.
  • Künstler Thomas Heweling wünscht sich mehr Einsatz für die Schwächeren in der Gesellschaft und für Flüchtlinge.
  • Das Kunstwerk soll nach der Corona-Krise meistbietend zugunsten des Friedensdorfes in Oberhausen verkauft werden.
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Mit dieser Resonanz hat Thomas Heweling nicht gerechnet: „Jeder zweite Besucher von Kloster Kamp zückt sein Handy und macht ein Foto von meinem Werk“, hat er festgestellt, als er an einem Nachmittag auf einer Bank sitzend die vielen Besucherinnen und Besucher des Klosters Kamp in Kamp-Lintfort mit seiner berühmten Parkanlage beobachtete.

Auf dem Abteiberg steht das Kunstwerk: 2,70 Meter groß, 90 Kilo schwer und aus massivem Eichenholz. Die zum Himmel gestreckte Corona-Faust an der Abteikirche im „Geistlichen und Kulturellen Zentrum Kloster Kamp“ ist sozusagen eine Kampfansage gegen das Virus.

Zeichen für Solidarität und Kraft

„Die Faust steht aber auch für Zusammenhalt, Solidarität und Kraft“, sagt Heweling. Zu lesen sind auf den vier Seiten des Baumstammes die Schlagworte Zusammenhalten, Stick together (zusammenhalten auf Englisch), F-You Corona und Nächstenliebe.

Die Corona-Krise habe bei ihm einen künstlerisch-kreativen Prozess ausgelöst, sagt Heweling. Der in Wesel-Bislich lebende Künstler und Innenarchitekt möchte mit der Corona-Faust anderen Mut machen. „Ich wünsche mir, dass wir aus dieser Krise lernen und unser sattes Verhalten gegenüber Schwächeren überdenken. Nicht nur in Deutschland dem alten Nachbarn helfen, sondern ganzheitlich und global handeln.“

Hilfen für Banken, aber nicht für Flüchtlinge

Für Heweling steht in dieser auch wirtschaftlich schwierigen Zeit fest: „Nächstenliebe bereichert jeden von uns.“ Es sei ganz sicher naiv zu glauben, mit einer solch vergleichsweise kleinen Kunst-Aktion die Welt ändern zu können. „Aber die Geste zählt“, sagt der 37-Jährige.

Gerade Krisen-Zeiten forderten die Kunst heraus, davon ist der Künstler überzeugt, und er hofft, dass bessere Zeiten folgen mögen. „Nach der Krise darf es nicht wie vor der Krise werden“, sagt Heweling und bringt eine politische Botschaft ins Spiel: „Warum retten wir Banken mit Milliarden, ab nur ein paar Flüchtlingskinder?“

Film zeigt Entstehung der Corona-Faust

Dass die Corona-Faust am Kloster Kamp steht, kommt nicht von ungefähr. „Es ist eine Begegnungsstätte für Kultur und Menschen“, erklärt Heweling. Der Leiter der Einrichtung, Peter Hahnen, habe den Standort an der Abteikirche vorgeschlagen. Von dort aus kann der Blick auf den berühmten Terrassen-Garten des Klosters gerichtet werden.

Wenn das Virus besiegt ist, wird das Kunstwerk meistbietend verkauft. Den Erlös spendet Heweling dem Friedensdorf in Oberhausen. Besucher des Klosters Kamp haben die Möglichkeit, über einen an der Skulptur angebrachten QR-Code zu einem Film zu gelangen, der den künstlerischen Schaffensprozess der Corona-Faust vorstellt.

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