Anzeige
Komm in den Login KLup
___STEADY_PAYWALL___

Unterzeichner beklagen „monarchistischen Machtanspruch“ Theisings

Hospital-Streit in Oldenburg: Offener Brief attackiert Weihbischof

  • Infolge des Streits um das katholische Pius-Hospital Oldenburg erhebt ein Offener Brief scharfe Vorwürfe gegen Weihbischof Wilfried Theising.
  • Zwar geht der Brief auf Entwicklungen vom gestrigen Mittwoch noch nicht ein.
  • Die Kritik ist gleichwohl grundsätzlicher - etwa zu Theisings „Machtanspruch bei Entscheidungen“.
Anzeige

Infolge des Streits um das katholische Pius-Hospital Oldenburg erhebt ein Offener Brief scharfe Vorwürfe gegen Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta. In „zentralen Fragen der Ausrichtung und Präsenz der katholischen Kirche im Oldenburger Land“ beanspruche dieser „für sich einen quasi monarchistischen Machtanspruch bei Entscheidungen“, heißt es im Brief.

Er ging nach Angaben der Initiatoren an Theising und an Münsters Bischof Felix Genn und liegt auch „Kirche-und-Leben.de“ vor. 53 Menschen haben ihn erstunterzeichnet, darunter mehrere Ärzte des Pius-Hospitals und Oldenburger Bürgerinnen und Bürger. Verantwortlich zeichnen Josef Roß, vormals Leiter des Sozialen Dienstes im Pius Hospital, und der Pastoralreferent im Ruhestand Klaus Hagedorn.

Brief berücksichtigt jüngste Entwicklungen noch nicht

Die im Brief noch nicht berücksichtigten Entwicklungen.

Im Brief heißt es, Theisings Machtanspruch widerspreche seinem Engagement beim Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland und „zentralen dort gefassten Beschlüssen“, die kirchliche Praxis zu verändern.

Der Weihbischof hatte Mitglieder des Verwaltungsrats des Pius-Hospitals ersetzt. Am gestrigen Mittwoch machte unter anderem das Offizialat Vechta das Angebot bekannt, die Abberufung zurückzunehmen. Der Offene Brief mit Datum von Mittwoch dürfte vorher abgeschickt worden sein – er geht auf die Entwicklung nicht ein, sondern fordert die Rücknahme der Personalentscheidungen.

„Demokratisch beraten statt von oben entscheiden“

Die Vorwürfe des Schreibens gehen gleichwohl weiter. Dort heißt es, die Vorgänge im Pius-Hospital bestätigten allgemeine Einschätzungen, wonach die Kirche ihre Macht missbrauche und dialogunfähig sei.

Mit Blick auf Fusionsüberlegungen des Pius-Hospitals mit dem Evangelischen Krankenhaus Oldenburg heißt es, die Frage, ob ein Krankenhaus „als ökumenische Einrichtung“ eine zukunftsweisende Antwort sein könne, müsse demokratisch beraten und entschieden werden. Die Entscheidung liege nicht bei einem Weihbischof – zumal es sich nicht um eine Glaubensfrage handle.

Theising soll sich zum Synodalen Weg bekennen

Angesichts von Theisings Abberufungs-Entscheidung verlangen die Unterzeichner ein „Bekenntnis des Weihbischofs zu den Grundanliegen und Beschlüssen des Synodalen Wegs“. Das bedeute auch „die Implementierung eines Synodalen Wegs im Offizialatsbezirk Oldenburg“.

Drucken
Anzeige