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Pastoralreferent Jürgen Schulze Herding zu Open-Air-Gottesdiensten in Velen

Erstkommunion unter blauem Himmel auf der grünen Wiese

Erstkommunion mit Klappstühlen, Picknickdecke und Bierzeltbank: So sehen die coronabedingten Open-Air-Gottesdienste in der Pfarrei St. Peter und Paul in Ramsdorf, Velen und Hochmoor aus. Dabei kann jedes Kind viele Familienangehörige mitbringen. Eine Feier war gerade, die zweite folgt am 27. September. Im Gespräch erläutert Pastoralreferent Jürgen Schulze Herding die Vorzüge von Gemeinschaft unter freiem Himmel.

Herr Herding, wie entstand die Idee der Open-Air-Gottesdienste für die Erstkommunionfeier?

Pastoralreferent Jürgen Schulze Herding.
Pastoralreferent Jürgen Schulze Herding. | Foto: privat

Die geplanten Erstkommunionfeiern im Mai mussten wegen der Corona-Epidemie leider ausfallen. Für das Nachholen dieser Feier war es der Wunsch der Familien, nicht eine Verteilung auf ganz viele Gottesdienste zu haben, sondern eine „große Kommunion“ in Gemeinschaft zu feiern. In unserer Kirche wäre dies auch jetzt im September noch nicht möglich gewesen. Jedes Kind hätte außer den Eltern nur noch zwei Gäste mitbringen können. Das alternative Angebot, dass einige wenige Familien die Erstkommunion in einer ganz „normalen“ Messe feiern könnten, wurde von niemandem gewählt. So entstand die Idee einer „Erstkommunion Open-Air“.

Hatten Sie schon Erfahrungen mit dieser Art von Gottesdiensten?

Es gab gute Erfahrungen mit unserer „Open-Air-Firmung“ im Juli und mit den „Picknick-Gottesdiensten“ auf der Wiese neben der Kirche. Auf dieser Wiese können sich etwa 300 Menschen mit ausreichend Abstand voneinander niederlassen. So konnte nun jedes Kommunion-Kind acht Gäste mitbringen. Niemand musste auf Großeltern oder Paten verzichten.

Eine Open-Air-Erstkommunion haben Sie bereits am vergangenen Wochenende bereits gefeiert. Welchen Eindruck hatten Sie von der Feier?

Drei Tage vor der Feier wurde nach Studium diverser Wetterdienste bestätigt, dass die Kommunion draußen stattfinden kann. Wir wären auch nur bei sehr schlechtem Wetter in die Kirche gegangen. Kommunionkinder und Eltern erhielten einen Stuhl. Alle anderen mussten sich selbst Sitzgelegenheiten wie Klappstuhl, Gartenstuhl, Picknickdecke, Rollator oder Bierzeltbank mitbringen. Es herrschte eine lockere, zugleich aber sehr andächtige Atmosphäre. Die Kinder erlebten ihre erste heilige Kommunion mit der Sonne im Rücken und dem Kirchengebäude im Blick.

Die Firmung nächstes Jahr in Velen kann ebenfalls openair begangen werden. Was sagen die Jugendlichen dazu, was die Eltern?

Die Reaktionen auf die Open-Air-Gottesdienste sind generationenübergreifend geradezu überwältigend positiv. Ich habe zum Beispiel noch nie nach einer Firmfeier so viele positive Rückmeldungen von Jung und Alt erhalten wie im Juli. Wir sind Weihbischof Christoph Hegge sehr dankbar, dass diese Form auch im nächsten Jahr – unabhängig von Corona – möglich ist. Auch im Zusammenhang mit der Erstkommunionfeier haben wir sofort nach dem Gottesdienst viele positive Reaktionen bekommen.

Wie haben Sie die Atmosphäre empfunden?

Ich glaube, in der Form der Open-Air-Gottesdienste liegt die große Chance, dass die Nähe Gottes nicht nur objektiv da ist, sondern auch für die Menschen subjektiv spürbar wird. Daher lohnt sich auch der Aufwand. Denn natürlich haben alle, die mit der Vorbereitung und Durchführung dieser Gottesdienste befasst sind – vom Kommunion-Team bis hin zu den Küstern – auch einiges an Mehrarbeit.

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