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Mehr Geld allein löse laut Theologen die Probleme nicht

Krieg in der Ukraine: Ethiker Lob-Hüdepohl warnt vor neuem Wettrüsten

  • Die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands und der Nato werde nicht allein durch mehr Geld erhöht.
  • Das erklärte der Ethikexperte und Theologe Andreas Lob-Hüdepohl in einem Interview.
  • Gleichzeitig warnte er vor einem neuen Wettrüsten.
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Mehr Geld allein wird dem Theologen Andreas Lob-Hüdepohl zufolge die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands und der Nato nicht erhöhen. „Offensichtlich müssen wir ganz andere Probleme lösen: Die Effizienz der eingesetzten Mittel muss erhöht werden“, erklärte das Mitglied des Deutschen Ethikrats dem Kölner Internetportal domradio.de am Dienstag.

Während der russische Rüstungsetat 62 Milliarden Dollar betrage, investiere Deutschland bereits 52 Milliarden und ganz Westeuropa 250 Milliarden Dollar. „Da wüsste ich jetzt nicht, dass es am Geld mangelt“, so Lob-Hüdepohl.

Waffen zu Verteidigungszwecken

Der Berliner Theologe warnte vor einem Wettrüsten. Dann würden Finanzmittel gebunden, die kriegs- und konfliktverhindernd seien. Angesichts der Klimaerwärmung und der Konflikte um Rohstoffe nannte Lob-Hüdepohl als Beispiel Investitionen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Solche Investitionen würden deutlich mehr zur Entspannungspolitik beitragen als der Kauf von Waffensystemen.

Wegen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine hatte die Bundesregierung zugesagt, 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr und zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung bereitzustellen. Lob-Hüdepohl befürwortete Waffenlieferungen zu Verteidigungszwecken. Waffen dürften nicht leichtfertig eingesetzt werden, sagte er. Aber als letztes Mittel zum Schutz des Lebens könnten sie geeignet sein.

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