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Ruhrbischof übernimmt Verantwortung zu Entscheidung in 2009

Overbeck zu Missbrauchsfall im Bistum Münster: Würde heute anders handeln

  • Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat im Umgang mit einem Missbrauchsfall im Bistum Münster Fehlverhalten eingeräumt.
  • In der Studie wird ein Vorgang aus dem Jahr 2009 aufgegriffen, wo Overbeck Übergangsleiter des Bistums Münster war.
  • Aus der heutigen Sicht würde Overbeck anders handeln, erklärt der Essener Bischof.
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Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat Fehlverhalten im Umgang mit einem des Missbrauchs beschuldigten Priester eingeräumt. „Zu dieser damals getroffenen Entscheidung stehe ich und übernehme dafür auch die Verantwortung“, reagierte der Ruhrbischof am Freitag auf einen Vorwurf in der Missbrauchsstudie für das Bistum Münster. „Heute würde ich zweifellos anders handeln – auch deshalb, weil die Entscheidung über einen beschuldigten Kleriker nicht allein durch Kleriker gefällt werden darf.“

Der Vorwurf der am Montag präsentierten Studie zum sexuellen Missbrauch im Bistum Münster seit 1945 bezieht sich auf einen Vorgang aus dem Jahr 2009. Overbeck, der früher Weihbischof und damals Übergangsleiter der Diözese war, hatte entschieden, den Fall eines beschuldigten Priesters aus dem Jahr 1997 nicht allen Mitgliedern der Missbrauchskommission, in diesem Fall zwei Frauen, vorzulegen. Die Entscheidung habe unter einem „klaren klerikalen Vorbehalt“ gelegen, heißt es in der Studie.

Studie wirft Overbeck „zweifelhaftes“ Vorgehen vor

Der Fall werde in der wissenschaftlichen Untersuchung korrekt wiedergegeben, so Overbeck. Zum damaligen Zeitpunkt habe er in Übereinstimmung mit dem damaligen Vorsitzenden der Missbrauchskommission, Hans Döink, keinen weiteren Handlungsbedarf gesehen. Die Studienautoren führen aus, dass dies den damaligen Verjährungsfristen entsprochen habe, das Vorgehen dennoch „zweifelhaft“ sei.

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