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Künftig nur noch drei Ausbildungsstandorte in Deutschland?

Priesterausbildung in Deutschland vor einschneidenden Änderungen

Die Ausbildung der katholischen Priester in Deutschland steht vor einschneidenden Änderungen. Eine Arbeitsgruppe, der auch Münsters Bischof Felix Genn angehört, hat entsprechende Vorschläge erarbeitet.

Die Ausbildung der katholischen Priester in Deutschland steht vor einschneidenden Änderungen. Angesichts einer anhaltend geringen Zahl von Kandidaten könnte die Ausbildung auf wenige Standorte konzentriert werden. Dies geht aus einem Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz hervor, der auch Münsters Bischof Felix Genn angehört. Dabei sind auch die Bischöfe Michael Gerber (Fulda) und Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen).

Konkret schlägt die Arbeitsgruppe nur noch drei Standorte für die Hauptphase der Ausbildung mit dem vierjährigen Theologiestudium vor: München, Münster und Mainz.

Einführungsphase künftig in Freiburg und Bamberg

Für die einjährige Einführungsphase vor dem Studium, das sogenannte Propädeutikum, soll es nur noch die Standorte Freiburg und Bamberg geben. Für die Phase nach dem Studium, die Ausbildung im Pastoralkurs, schlägt die Gruppe „Paderborn in Kooperation mit Erfurt, Rottenburg-Stuttgart und einen durch die Freisinger Bischofskonferenz für Bayern festzulegenden Standort“ vor.

Wie bisher soll das überdiözesane Seminar in Lantershofen bei Bonn Standort für die bundesweite Ausbildung Spätberufener ohne akademischen Abschluss bleiben. Kirchenrechtlich anders gefasste Ausbildungsorte wie das Seminar „Redemptoris Mater“ in Köln, das „Orientale“ in Eichstätt und das „Germanicum“ in Rom sind nicht Gegenstand der Reformvorschläge.

Vorschlag soll „Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen“ sein

Die Bischöfe betonen, dass der Vorschlag „Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen“ sein soll und dass noch keine Entscheidung über die Standorte gefallen sei. Jeder Bischof müsse letztlich die Entscheidung für sein Bistum fällen.

Die Reform wird damit begründet, dass „hinreichend große Lerngruppen“ nötig seien, sowie „akademische Orte, die eine gemeinsame Ausbildung aller pastoralen Dienste gestatten“. Der Vorschlag mündet daher in einer „Gewichtung der Ausbildungsstandorte“, die eine „bestmögliche Ausbildung der künftigen Priester ermöglichen soll“. Auch die Ausbildung der Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sowie der Ständigen Diakone solle dabei berücksichtigt werden.

Reaktion auf rückläufige Zahl an Priesteramtskandidaten

Früher hatte - mit Ausnahme der ostdeutschen Bistümer - fast jedes Bistum ein eigenes Priesterseminar. Doch angesichts der zurückgehenden Zahl der Priesteranwärter hatten sich in den letzten Jahren bereits mehrere Bistümer in Gruppen zusammengetan, um ihre Priesteranwärter gemeinsam auszubilden.

Die Zahl der Priesterweihen in der katholischen Kirche in Deutschland hat sich seit Jahren auf einem niedrigen Niveau eingependelt: 2018 waren es insgesamt 60 in den 27 Bistümern, in den Jahren davor waren 74, 77 und 58 Neupriester geweiht worden, mehr als 100 waren es letztmals im Jahr 2007. Die Zahl der Neuaufnahmen in den Seminaren zeigt zugleich, dass es auch in den kommenden Jahren keine Trendwende geben dürfte.

In den Jahren von 2001 bis 2010 lag die Zahl der Priesterweihen bundesweit zwischen 81 und 131, in den 1990er Jahren zwischen 139 und 295. Aber auch schon zwischen 1962 (557) und 1970 (303) war ein Rückgang der Zahlen zu beobachten.

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