Bischof Felix Genn ernennt Geschäftsführer von „Dialog-Medien und Emmaus-Reisen“ 

Ralf Hammecke wird neuer Verwaltungs-Chef des Bistums Münster

  • Der Volkswirt und promovierte Theologe Ralf Hammecke wird als erster Nicht-Priester neuer Verwaltungsdirektor des Bischöflichen Generalvikariats in Münster. Bischof Felix Genn hat den 55-Jährigen dazu ernannt.
  • Erst gestern hatte Generalvikar Klaus Winterkamp die Einrichtung der neuen Leitungsposition bekannt gegeben.
  • Hammecke ist seit 2018 Geschäftsführer der "Dialog-Medien und Emmaus-Reisen GmbH", zu der unter anderem "Kirche-und-Leben.de" gehört.

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Ralf Hammecke wird als erster Nicht-Priester neuer Leiter des Bischöflichen Generalvikariats in Münster. Bischof Felix Genn ernannte ihn zum Verwaltungsdirektor der zweitgrößten deutschen Diözese und übergab ihm im Bischofshaus die Ernennungs-Urkunde. Seit 2018 ist Hammecke Geschäftsführer der „Dialog-Medien und Emmaus-Reisen GmbH“. Der neue Verwaltungsdirektor tritt sein Amt bereits zum 1. Februar an.

Der 55-jährige Volkswirt und promovierte Theologe ist damit für den gesamten administrativ-wirtschaftlichen Bereich der Bistumsverwaltung zuständig. So hatte Generalvikar Klaus Winterkamp erst gestern das neue Amt im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ beschrieben. Zudem werde der neue Verwaltungs-Chef Dienstvorgesetzter aller Mitarbeitenden, „sofern sie nicht im pastoralen Dienst sind und soweit Aufgaben nicht die Weihe des Dienstvorgesetzten erfordern“. 

 

Ralf Hammecke im Porträt

 

Ralf HammeckeRalf Hammecke (55) ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seit 2018 ist er Geschäftsführer der "Dialog-Medien und Emmaus-Reisen GmbH" in Münster. | Foto: Michael Bönte

„Wir leben in spannenden Zeiten“: Das konnte in letzter Zeit oft von Ralf Hammecke hören, wer mit ihm über die großen Umbrüche in der Gesellschaft und besonders in der Kirche in Deutschland sprach. Ein nachdenklicher, im guten Sinn besorgter Mensch war da zu erleben. Der ungeduldig und gelassen zugleich zu sein scheint. Der schon im Zuhören analysiert und von der Überzeugung angetrieben ist, dass die Lösung längst da ist. Man muss sie nur finden. 

Zu der Sensibilität, in der jetzigen Situation der Kirche einen Kairos zu ahnen, gesellt sich die wissenschaftliche Einordnung des Historikers. „Wir erleben eine erneut verschärfte Situation der Kirche“, sagt Ralf Hammecke und zählt aus dem Stand auf: „gesellschaftlicher Relevanzverlust, weniger Kirchensteuereinnahmen, massives Ansteigen von Kirchenaustritten, massiver Rückgang von Priesterberufungen. Wir können es uns nicht leisten, dabei tatenlos zuzuschauen.“

 

Theologie und Wirtschaft

 

Hammecke ist waschechter Münsteraner, bestens vernetzt in der Stadtgesellschaft und weit darüber hinaus. 1965 wurde er in Münster geboren, baute sein Abitur am Schlaungymnasium, begann an der Westfälischen Wilhelms-Universität sein Studium. 

Auch wenn er anfangs Priester werden wollte, seine Fächer zeigen ein weites Interesse: Neben der Theologie schrieb er sich in Kunstgeschichte und Volkswirtschaftslehre ein. Für zwei Jahre wechselte er später nach Rom, lebte und studierte im Schatten des Petersdoms im Collegio Teutonico.

 

Leitungsaufgaben in der Deutschen Bank

 

Hammecke lernte seine spätere Frau kennen, mit der er heute zwei Kinder hat. Nach seinem theologischen Diplom 1991 trat er einen Posten in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt an und übernahm zwei Jahre später erste Leitungsaufgaben, unter anderem im Personalmanagement und in der Organisationsentwicklung.

„Der Wunsch, seelsorglich tätig zu sein, hat mich aber nie ganz losgelassen“, erzählt Hammecke. 2001 ließ er sich in Münster zum Ständigen Diakon weihen. Seitdem begleitet er Menschen, verheiratet, tauft, beerdigt und predigt, vor allem in St. Lamberti und im Paulusdom: „Als Diakon muss man vor allem ein Interesse am Menschen haben und sie zeitgenössisch und persönlich begleiten.“

 

Promotion bei Hubert Wolf

 

2004, nach 13 Jahren, verließ Hammecke die Bank und begann im Nebenberuf seine Promotion bei dem renommierten Kirchenhistoriker Hubert Wolf, die er 2010 mit einer Arbeit über kuriale Entscheidungsprozesse zur Neuerung der Papstwahl unter Pius X. abschloss. 

Im selben Jahr wurde Hammecke Geschäftsführer der Zentralfriedhofskommission in Münster – was sowohl den Seelsorger als auch den Wirtschaftsmenschen in ihm ansprach. 

 

Medien und Reisen

 

2018 schließlich wechselte Hammecke als Geschäftsführer in die Dialog-Medien und Emmaus-Reisen GmbH, zu der die Bistumszeitung „Kirche+Leben“, das Online-Portal www.kirche-und-leben.de, der Unternehmensteil Emmaus-Reisen, der Pilger- und Kulturreisen durchführt, die Medienagentur Kampanile und der Dialogverlag als Buchverlag gehören. Gesellschafter ist das Bistum Münster.

Nach dem plötzlichen Tod von Ralf Thier-Hinse wenige Tage nach Hammeckes Amtsantritt war es bald allein an ihm, mehrere Gesellschaften zu einer neuen zu fusionieren und das Gesamtunternehmen nicht zuletzt durch personelle Neustrukturierungen und überregionale Vernetzungen für die Zukunft zu wappnen.

 

Familienvater und Seelsorger

 

Hammecke denkt effizient, setzt auf kompetente Beratung, geht einmal Entschiedenes zielstrebig an. Wirtschaftliche Expertise, theologisches Wissen, die Erfahrung des Seelsorgers und den Alltag der Familie – das bringt der neue Verwaltungsdirektor mit ins Generalvikariat.

„Die Botschaft des Christentums, unsere Botschaft, ist nach wie vor gefragt und hat etwas zu sagen“, zeigt er sich überzeugt. Und setzt nach einem Moment nach: „Aber dazu braucht es Formen, Stil und Sprache in allen Bereichen der Kirche, die heute verstanden werden können. Und es braucht Organisation und Struktur, die genau dies ermöglichen. Spannende Zeiten!“

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