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Opfer vor allem Juden und Muslime

Religionsgemeinschaften im Fadenkreuz: Angriffe nehmen 2021 deutlich zu

  • In Deutschland haben die Angriffe gegen Religionsgemeinschaften 2021 deutlich zugenommen.
  • Das geht aus der Statistik politisch motivierter Kriminalität hervor.
  • Opfer sind vor allem Juden und Muslime.
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Angriffe gegen Religionsgemeinschaften und ihre Repräsentanten haben 2021 deutlich zugenommen. Wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Statistik politisch motivierter Kriminalität hervorgeht, stieg die Anzahl der Straftaten auf 3.616 (2020: 2.985). Das entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent.

Vor allem Angriffe auf Repräsentanten und Angehörige von Religionsgemeinschaften haben demnach zugenommen: um mehr als 40 Prozent auf insgesamt 3.114 Delikte. Opfer sind vor allem Juden und Muslime.

Angriffe auf Synagogen und Moscheen verdoppelt

Schwerpunktmäßig wurden in diesem Deliktsbereich Volksverhetzungen gezählt (1.972). 108 der Straftaten waren Gewaltdelikte, 98 davon Körperverletzungen. 82 Prozent der Angriffe auf religiöse Repräsentanten wurden dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Rund 80 Prozent der Straftaten wurden antisemitisch gewertet, 17,5 als islamfeindlich.

Angriffe auf Synagogen und Moscheen haben sich der Statistik zufolge im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr jeweils in etwa verdoppelt. 103 Straftaten gegen Moscheen wurden registriert (2020: 54), 49 gegen Synagogen (2020: 24). Die Zahl der Angriffe auf Kirchen erhöhte sich leicht von 100 im Jahr 2020 auf 106 im vergangenen Jahr. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Sachbeschädigungen und Propagandadelikte.

Mehr antisemitische Delikte

Die Statistik politisch motivierter Gewalt zeigt erneut auch insgesamt einen Anstieg antisemitischer Delikte. 2021 registrierte die Polizei 3.027 Taten, ein Zuwachs um 29 Prozent. Islamfeindliche Straftaten gingen im gleichen Verhältnis zurück, um 29 Prozent auf 732 Straftaten.

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