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Ehrenamtliche in Wilhelmshaven organisieren „Mobilen Einkaufswagen“

Wenn Einkaufen zu beschwerlich ist, springen die Malteser ein

  • Alte Menschen in Wilhelmshaven können oft nicht selbst einkaufen gehen.
  • Ihnen kommen die Malteser mit einem neuen Angebot entgegen.
  • Ehrenamtliche bringen die alten Menschen in einem Kleinbus zum Einkauf.
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Manche Menschen in Wilhelmshaven sind alt, einsam und krank. Sie können nicht mehr einkaufen gehen. Manche haben eine Hilfe, die das für sie erledigt. Aber selbst spontan zum Supermarkt? In Ruhe selbst etwas aussuchen? Unmöglich.

Ann-Kathrin Wessel-Ellermann hilft dem jetzt ab. Die 33 Jahre alte Logopädin organisiert den Bereich „Soziales Ehrenamt“ der Malteser in Wilhelmshaven. Für sie war schon lange klar: Solchen alten Menschen kann man helfen. Indem man sie zum Einkauf fährt. Sie warb um Spenden, besorgte Zuschüsse. Und kaufte mit den Maltesern einen Kleinbus, der Platz bietet für sechs alte Menschen, mit Rollatoren.

 

Jeden Mittwoch ist Kleinbus voll

 

Den Start des neuen Dienstes unterbrach ein Corona-Lockdown. Im September haben sieben ehrenamtliche Malteser nun mit dem „Mobilen Einkaufswagen“ begonnen, Ann-Kathrin Wessel-Ellermann ist mit dabei. Immer mittwochs um 11 Uhr. Die Geschäftsstelle der Dekanatscaritas nimmt die Anmeldungen entgegen.

Der Zuspruch hat Ann-Kathrin Wessel-Ellermann begeistert. „Der Bus ist jedes Mal voll“, berichtet sie. Jedes Mal sind auch zwei ehrenamtliche Malteser dabei. Sie holen die alten Menschen kostenlos zu Hause ab, fahren sie zu einem Einkaufszentrum im Norden der Stadt und bringen sie später wieder zurück.

 

Supermarkt bewusst ausgesucht

 

Kleinbus der Malteser Wilhelmshaven
Mit diesem Kleinbus fahren Ehrenamtliche der Wilhelmshavener Malteser Senioren mittwochs zum Einkaufen. | Foto: Malteser Wilhelmshaven

Den Supermarkt haben die Malteser genau ausgesucht, berichtet Ann-Kathrin Wessel-Ellermann. Der Laden habe besonders weite Gänge, ein breites Warenangebot und deutlich mehr Servicekräfte als andere Märkte.

Sie berichtet von der großen Begeisterung, mit der die alten Menschen einen solchen Einkauf genießen. Viele strahlen nach der ungewöhnlichen Erfahrung, sich selbst in Ruhe Waren auszusuchen und vielleicht auch spontan etwas einzukaufen – statt sich nur eine vorgefertigte Einkaufsliste von Helfern bringen zu lassen. Die Nachfrage für den Dienst sei deshalb groß.

 

Viele alte Menschen in Wilhelmshaven

 

Ein solcher Einkaufs-Fahrdienst ist auch in vier anderen Gliederungen der oldenburgischen Malteser aktiv. In Wilhelmshaven sei er aber besonders notwendig, betont Ann-Kathrin Wessel-Ellermann. Dort lebten unverhältnismäßig viele alte Menschen, viele von ihnen einsam und oft ohne funktionierende Hilfe. Da sei der ehrenamtliche Einsatz der Malteser besonders gefragt.

Die Kommunalstatistik bestätigt diese Struktur: In Wilhelmshaven sind 25 Prozent der Menschen über 65 Jahre, im Kreis Vechta nur 14 Prozent.

 

Zweiter Termin kann kommen

 

Inzwischen habe man im neuen Dienst genug Erfahrung gesammelt, berichtet Ann-Kathrin Wessel-Ellermann. Die Malteser wollen ihre Werbung nun verstärken und möglicherweise einen zweiten Einkaufstermin anbieten.

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