450 Helferinnen und Helfer in Stuttgart im Einsatz

Dankbarkeit und Wir-Gefühl – was Malteser auf dem Katholikentag antreibt

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Für die Malteser ist der Katholikentag ein Großeinsatz. 450 Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisation wirken auf der Straße und im Verborgenen mit, damit die Veranstaltung gelingt. Was macht den Reiz für die Ehrenamtlichen aus?

Die Steinbeis- und die Rosensteinschule im Stuttgarter Norden sind zwei dieser Orte, die nicht im Mittelpunkt des 102. Katholikentags stehen, ohne die eine solches Ereignis aber nicht möglich wäre. Von der Straße aus deutet nichts auf das Christentreffen hin, doch schon der Empfang ist herzlich. In der Unterkunft für Teilnehmende verrichten 22 Mitglieder des Malteser-Stadtverbands Wesel ihren Dienst in den Bereichen Betreuung und Versorgung.

Nachtdienst, Frühschicht, Duschdienst

In einem auf die Bedürfnisse der Gäste angepassten Schichtsystem sorgt die Hilfsorganisation, fernab von den Bühnen in der Innenstadt, für einen reibungslosen Ablauf. Dazu gehört eine Nachtschicht, die gegen 4 Uhr die Anlieferung der Waren für das Frühstück überwacht. Und ein Frühdienst, der die Frühstücksausgabe von 6 bis 9 Uhr abwickelt. Und ein Duschdienst, der Teilnehmenden mit Behinderung bei Bedarf hilft.

Wenn ein Rollstuhlfahrer die Treppen zu den Schlafräumen heruntergetragen werden muss, ist das schwere körperliche Arbeit, sind sich die Malteser im Alter zwischen 17 und 74 Jahren einig. Die Anstrengung sei allerdings schnell vergessen ob der besonderen Atmosphäre beim Katholikentag.

Dankbarkeit wirkt über den Katholikentag hinaus

Malteser bei der Essensausgabe
Zwar ist das Lächeln unter den Masken nur zu erahnen, aber es ist da, sind sich die Helfer sicher. | Foto: Jan Dirk Wiewelhove

Genau diese Atmosphäre macht es offensichtlich aus, die die Helfenden antreibt. „Wenn wir das Frühstück ausgeben, sehen wir die strahlenden Gesichter der Pilger“, beschreibt der 29-jährige Michael Leppen die Dankbarkeit der Menschen. „Manchmal umarmen die Leute einen richtig“, ergänzt ein Kamerad und wirkt zufrieden.

Diese Stimmung ist der große Unterschied zu „normalen“ Einsätzen wie einer Gebietsräumung nach Bombenfund oder einem Sanitätsdienst beim Sportturnier, ist sich das Team einig. Die Malteser erleben eine Dankbarkeit, die über den Katholikentag hinauswirkt. „Wir haben auch schon mal Grüße nach Hause geschickt bekommen“, erinnert sich ein „alter Hase“ in Sachen Katholikentagen.

Trotz dieser freundschaftlichen Atmosphäre vergessen die Malteser vom Niederrhein nicht ihren Auftrag. „An oberster Stelle steht die Sicherheit der Teilnehmer“, macht Pressesprecher Klaus Walraf deutlich. Dafür sei die katholische Hilfsorganisation von den Veranstaltern beauftragt. Und diese Sicherheit wollen die Malteser mit höchstmöglicher Professionalität gewährleisten.

Stets einsatzbereit

Malteser aus Lohne beim Katholikentag
Immer einsatzbereit: Drei Malteser aus Lohne. | Foto: Jan Dirk Wiewelhove

Ortswechsel. In einer abgesperrten Seitenstraße sind Bernhard Dierkes, Niklas Bremer und Kevin Kaufmann vom Malteser-Stadtverband Lohne (Kreis Vechta) mit ihrem Rettungswagen stationiert. Sie sorgen für die Sicherheit in dem zugewiesenen Bereich und übernehmen bei Bedarf die Erstversorgung bei akuten Erkrankungen oder Verletzungen, die neben der Betreuung und Versorgung von Teilnehmenden auch zu den Aufgaben der Hilfsorganisation gehört.

Mit sieben Einsatzkräften ist die SEG, die Schnell-Einsatz-Gruppe, nach Stuttgart gereist und hilft von Mittwoch bis Sonntag ehrenamtlich mit. Generell sei es ruhig in diesen Tagen, dennoch seien sie jederzeit einsatzbereit, wenn sie gebraucht werden. Auch sie sprechen wie die Kollegen aus Wesel von der besonderen Atmosphäre, die diesen Einsatz zum Erlebnis werden lässt. „Dieses Gemeinschaftsgefühl abends in den Unterkünften ist toll“, sagt Kevin Kaufmann und erntet Zustimmung von seinen beiden Mitstreitern.

Malteser auch in Erfurt dabei

Insbesondere nach den Entbehrungen der Corona-Pandemie, in der Treffen und solche Einsätze gar nicht oder nur sehr begrenzt möglich waren, prägt die positive Stimmung das Erscheinungsbild der Malteser. „Es hat im Vorfeld Chatgruppen gegeben, in denen gefragt wurde, welche Verbände auf dem Katholikentag dabei waren“, heißt es zurück in der Steinbeisschule. So groß sei die Vorfreude gewesen.

Aus dem Bistum Münster haben sich Helferinnen und Helfer aus Drensteinfurt, Wesel, Telgte, Metelen, Ochtrup, Münster und Lohne auf den Weg gemacht. Viele sind sich sicher: Auch beim Katholikentag 2024 in Erfurt wollen sie dabei sein.