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Russischer Angriff auf die Ukraine prägt das Christentreffen in Stuttgart

Der Katholikentag am Freitag: Friedens-Ruf auf Kundgebung und Podien

  • Der Ukraine-Krieg war am Freitag bestimmendes Thema beim Deutschen Katholikentag in Stuttgart.
  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dankte für die Hilfe bei Aufnahme und Versorgung ukrainischer Flüchtlinge durch die Kirchen.
  • Die Teilnehmenden des Katholikentags setzten bei einer Friedenskundgebung ein Zeichen der Solidarität.
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Der Ukraine-Krieg war am Freitag bestimmendes Thema beim Deutschen Katholikentag in Stuttgart. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dankte für die Hilfe bei Aufnahme und Versorgung ukrainischer Flüchtlinge durch die Kirchen. Den russischen Angriff verurteilte er erneut: "Dieser Krieg richtet sich nicht allein gegen die Ukraine, sondern gegen Werte und Überzeugungen, die uns als Gesellschaft in Europa prägen und ausmachen: Demokratie, Freiheit und Menschenwürde."

Während Scholz sprach, forderten vor der Liederhalle rund 200 mehrheitlich ukranische Demonstrierende mehr und schnellere militärische Unterstützung Deutschlands für die Ukraine. Etliche von ihnen trugen weiße T-Shirts mit roten Handabdrücken als Symbol für Blut und Gewalt. Die Aktivisten hielten Plakate mit Aufschriften wie "Arm Ukraine now" ("Bewaffnet die Ukraine sofort") oder "Deutsche Bürokratie bringt ukrainische Kinder um" in die Höhe.

ZdK-Präsidentin sichtlich bewegt

Im Schlossgarten kamen 1.000 weitere Menschen zu einer Friedenskundgebung zusammen. Viele Teilnehmende trugen Schals und Fähnchen in den ukrainischen Nationalfarben. Mit einer Schweigeminute, Musik, Gebeten und Berichten aus dem Kriegsgebiet brachten sie ihre Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung zum Ausdruck.

Die Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, sprach mit brüchiger Stimme ihr Mitgefühl aus. Sie erinnerte mit Tränen in den Augen an die Opfer des Krieges und sagte: "Wir möchten mit ihnen heute die große Hoffnung auf Frieden teilen und gemeinsam beten."

Friedensgebet mit ukrainisch-katholischem Bischof

Die Ukrainerin Inna Wjzelewa, die mit ihrer Tochter aus Butscha nach Stuttgart geflohen war, berichtete von ihrer Flucht zu Fuß und per Zug. Sie sagte, die Welt müsse sehen, was in der Ukraine geschehe.

Zum Abschluss der Kundgebung leiteten der Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst und Bischof Bohdan Dzyurakh, Oberhaupt der ukrainisch-byzantinischen Katholiken in Deutschland, gemeinsam ein Friedensgebet. Sie baten um Beistand und Kraft für die Notleidenden in der Ukraine.

Bisher ruhiges Treffen, Sanitäter entspannt

Unterdessen zogen die Malteser eine positive Zwischenbilanz zum Katholikentag. Die Lage sei insgesamt ruhig, der Sanitätsdienst habe 65 Personen geholfen, die meist mit kleineren Blessuren nach Stürzen oder Insektenstichen die Erstversorgung in Anspruch genommen hätten. Das Glaubensfest unter dem Leitwort "leben teilen" begann am Mittwoch und dauert bis Sonntag.

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