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Historikerin und Jurist sollen Studie innerhalb von drei Jahren erstellen

Bistum Osnabrück beauftragt Universität mit Missbrauchs-Aufarbeitung

  • Das Bistum Osnabrück hat die Universität in der niedersächsischen Stadt mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum beauftragt.
  • Innerhalb von drei Jahren sollen eine Historikerin und ein Jurist eine Studie zum Umgang mit Missbrauch in der Diözese erstellen.
  • Osnabrück hatte zudem angekündigt, eine gemeinsame Aufarbeitungs-Kommission mit dem Erzbistum Hamburg und dem Bistum Hildesheim gründen zu wollen.
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Das katholische Bistum Osnabrück hat die Universität in der niedersächsischen Stadt mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum beauftragt. Wissenschaftler unter der Leitung der Historikerin Siegrid Westphal und des Juristen Hans Schulte-Nölke sollen innerhalb von drei Jahren eine Studie zu sexualisierter Gewalt erstellen, teilten Bistum und Universität am Donnerstag mit. Beide Partner hätten in dieser Woche den Vertrag über das Forschungsvorhaben unterzeichnet. Einzelheiten sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden.

Zusätzliche Untersuchung

Das Bistum Osnabrück hatte zudem angekündigt, gemeinsam mit dem Erzbistum Hamburg und dem Bistum Hildesheim eine gemeinsame Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs einsetzen zu wollen. Bischof Franz-Josef Bode hatte im Dezember angekündigt, dass er zusätzlich externe Fachleute mit der Untersuchung in seinem Bistum beauftragen wolle.

Der Bischof, der auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, hatte auch betont, dass im Zuge der Aufarbeitung alle Archive und Akten uneingeschränkt zur Einsicht freigeben würden. Die Verantwortlichen, die im Umgang mit Betroffenen und Tätern Fehler begangen und sich schuldig gemacht hätten, sollten benannt werden.

Aufarbeitung in Münster, Aachen, Köln, München

Auch das Bistum Münster hatte eine Kommission aus Historikerinnen und Historikern der Universität Münster mit der Aufarbeitung des Umgangs mit Missbrauch beauftragt. Sie nahm im September 2019 unter Leitung des nunmehr in Hamburg tätigen Historikers Thomas Großbölting ihre Arbeit auf. Im März und Dezember 2020 stellte die Kommission Zwischenergebnisse vor. Anfang 2022 soll der gesamte Bericht vorliegen.

Andere Bistümer wie etwa Aachen, Köln und München-Freising haben die Aufarbeitung in die Hände von Juristen gelegt. Aachen hatte seine Missbrauchs-Studie im November 2020 vorgestellt. Das Erzbistum Köln hatte eine erste juristische Studie zunächst zurückgehalten und eine neue in Auftrag gegeben. Wenige Tage nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der zweiten Studie am 18. März 2021 wurde auch das Erst-Gutachten zugänglich gemacht. Für den Sommer dieses Jahres hat die Erzdiözese München-Freising die Veröffentlichung ihres Gutachtens angekündigt.

KORREKTUR
epd hatte gemeldet, das Bistum Osnabrück habe bereits eine Aufarbeitungskommission mit dem Erzbistum Hamburg und dem Bistum Hildesheim eingesetzt. Das ist nicht korrekt, wie "Kirche-und-Leben.de" vom Pressesprecher des Bistums Osnabrück, Kai Mennigmann, erfuhr. Wir haben das im zweiten Absatz korrigiert. (30.04.2021, 11:30 | mn)

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