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Interview mit Pfarrer Norbert Happe über eine nicht nur unumstrittene Aktion

Gemeinde in Beelen zeigt Flagge für Flüchtlinge

Als 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hat die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Beelen (Kreis Warendorf) einigen Kirchenasyl gewährt. Nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria zeigt die Pfarrei erneut Flagge mit einem Banner an der Kirche, die direkt an der B 64 liegt. Pfarrer Norbert Happe sagt, wie es dazu kam - und was daraus werden soll. 

Dieser Text ist Teil unseres Schwerpunktes „Fünf Jahre ‚Wir schaffen das‘“.

Pfarrer Happe, was hat es mit dem Banner „#Wir haben Platz“ auf sich? Wo ist das zu sehen, wie kam es zu der Idee?

In unserer Kirchengemeinde beschäftigen wir uns schon lange mit dem Thema. Es gibt eine Gruppe, die sich zusammen mit Gemeindemitgliedern aus Freckenhorst für die Kinder in Moria schon seit Anfang des Jahres einsetzt. Zu dem Thema gab es auch einen gemeinsamen Kulturabend und es wurden Unterschriften gesammelt. Wir haben aufgezeigt, wie verschwindend gering die Zahl der Flüchtlinge ist, wenn man sie auf ganz Deutschland aufteilt. Wir haben auch aufgezeigt, wie wichtig die neuen Bürgerinnen und Bürger für uns sind: Das fängt bei dem lang ersehnten Auszubildenden an und hört bei der Englischlehrerin aus Syrien auf. Die Idee zu den Fahnen hatte ich. Es soll eine Botschaft sein, direkt an der B64 und zeigen, dass es bei uns viele so genannte Gutmenschen gibt. Wir haben einen wunderbar engagierten Kreis von Flüchtlingshelfern. 

Wie waren die Reaktionen der Menschen in der Gemeinde und in Beelen?

Bei mir melden sich ja in der Regel nur die, die es gut finden. Ich weiß, dass es auf Facebookseiten, die darüber berichtet haben, auch negative und rechts orientierte Meldungen gab. Aber bei den Privatleuten, die die Nachricht von unseren Fahnen gepostet haben, gab es hunderte von Likes. Zwei Gruppierungen haben sich auch schon gemeldet und wollen sich auch solche Fahnen drucken lassen.

Wo würden Sie Flüchtlinge unterbringen?

Wir haben schon kirchliche Wohnungen an die politische Gemeinde zur Nutzung übergeben. Dazu haben die Flüchtlingshelfer und ich schon oft bei der Wohnungssuche geholfen. Die Frage, so wie sie gestellt ist, hat suggestive Inhalte. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Und wie gesagt: Wenn alle Kommunen sich beteiligen würden, dann würde noch nicht einmal jede Gemeinden einen Flüchtling aus Moria aufnehmen müssen. Bei den elternlosen Kindern aus Moria sehe ich nicht so das Problem. Ich glaube, dass sich deutschlandweit viele – sehr viele – Pflegefamilien melden würden. 

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