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Malteser spüren Bedarf an psychosozialer Hilfe

Große Hilfe nach der Flut: Mehr als 200 Millionen an Spenden für Opfer

  • Für die Betroffenen der Flutkatastrophe sind schon jetzt mehr als 200 Millionen Euro an Spenden eingegangen.
  • Die größten Spendenempfänger sind die Bündnisse "Aktion Deutschland hilft" und das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe.
  • Die Hilfsorganisationen stellen sich auf einen langwierigen Einsatz ein.
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Für die Betroffenen der Flutkatastrophe sind nach Recherchen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) schon jetzt mehr als 200 Millionen Euro an Spenden eingegangen.

Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" erhielt bislang mehr als 149 Millionen Euro, wie eine Sprecherin am Freitag auf Anfrage der KNA mitteilte. Das Bündnis, das in Zusammenarbeit mit der ARD zur Hilfe aufruft, wird von 20 Organisationen wie den Maltesern, den Johannitern oder dem Arbeiter-Samariter-Bund getragen.

Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe, in dem Rotes Kreuz, Caritas und Diakonie zusammengeschlossen sind, hat in Zusammenarbeit mit dem ZDF weitere mehr als 60 Millionen Euro eingeworben, wie Caritas international mitteilte. Dazu kommen Spendenaktionen anderer Medien, von Kommunen, Kirchen und privaten Vereinen.

Längerer Einsatz der Hilfsorganisationen möglich

Unterdessen stellen sich die Hilfsorganisationen zwei Wochen nach der Flut auf einen längeren Einsatz ein. "Wir rechnen damit, dass wir bis zu zwei Jahre im Einsatz sein werden", sagte Dariush Ghobad von Caritas international im ZDF-Morgenmagazin. Momentan sei weiterhin vor allem akute Unterstützung notwendig, etwa durch Nahrungsmittel, Wasser- und Stromversorgung oder finanzielle Zuschüsse für Geräte wie Bautrockner und Hochdruckreiniger.

Der Malteser Hilfsdienst teilte in einer ersten Zwischenbilanz mit, dass insgesamt 2.170 Helfer an 32 Einsatzschwerpunkten in NRW und Rheinland-Pfalz eingesetzt worden seien. Dabei wurden bis zu 12.000 Essensrationen täglich ausgegeben und 4.000 größere Hilfeleistungen und Hilfsmaßnahmen erbracht. Rund zwei Drittel der Hilfe leisteten die Malteser der Bilanz zufolge im Bereich Sanitätsdienst und Betreuung. Jeder fünfte Helfende nahm zum Einsatzabschluss psychosoziale Nachbetreuung in Anspruch.

Erfahrungen aus früheren Flut-Katastrophen nutzen

In den Flutgebieten sind laut Caritas NRW inzwischen Hilfekoordinatoren benannt und geschult worden. Caritas-Mitarbeitende aus Ostdeutschland und Bayern unterstützten sie mit ihrer Erfahrung aus früheren Flut-Katastrophen. Die Flut habe auch Einrichtungen der Hilfsorganisation getroffen, hieß es.

Die Bewältigung der Flutkatastrophe erfordert nach Worten des Trierer katholischen Bischofs Stephan Ackermann einen langen Atem. Das gelte nicht nur für den Wiederaufbau von Infrastruktur, sondern "vielleicht noch viel mehr für die inneren Verletzungen und Belastungen, die das Unglück in den Seelen zugefügt hat und das vielleicht äußerlich noch nicht sichtbar ist", schreibt Ackermann in einem Brief an alle Christen im Bistum.

Bedarf an psychosozialer Hilfe steigt

Aufgabe von Kirche sei es, über direkte Hilfen hinaus "Orte und Gelegenheiten zu schaffen, um dem Erlebten und Erlittenen Raum zu geben, damit es zur Sprache kommen kann in Trauer und Klage, als Frage und Dank", so Ackermann. Auch der Glaube biete Hilfe und verbinde.

Die Malteser verwiesen ebenfalls auf einen großen Bedarf an psychosozialer Hilfe. Hier steige der Bedarf zunehmend, erklärte Christoph Götz, MHD-Geschäftsführer für die Region Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland in Limburg. Die Helfer träfen "auf traumatisierte Menschen und solche, bei denen die Nerven verständlicherweise blank liegen". Empathie und Hilfsangebote seien gefordert - "auch für die Seele".

Spendenkonten für Hochwasser-Hilfe
- Aktionsbündnis Katastrophenhilfe, unter anderem mit „Caritas international“: DE65 100 400 600 100 400 600
- „Caritas international“: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Stichwort „Fluthilfe Deutschland CY00897“
- „Aktion Deutschland hilft“, unter anderem mit dem Malteser Hilfsdienst: DE62 3702 0500 0000 1020 30
- Malteser Hilfsdienst: DE10 3706 0120 1201 2000 12

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