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Interaktiver Weg bis zum 30. Mai durch Ochtrup

Kirche, Kneipe, Mühle: Pfingst-Rallye mit QR-Codes

  • „Geistreich unterwegs“ lautet der Titel einer interaktiven Rallye durch Ochtrup.
  • Per Smartphone und QR-Code lassen sich an verschiedenen Stellen pfingstliche Impulse aufrufen.
  • Stationen gibt es nicht nur an Kirchen, sondern auch auf einem Schulhof und sogar vor einer Kneipe.
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„Auf dem Weg, auf dem ich lauf', bin ich an Vielem vorbeigerauscht. Ich schau jetzt endlich, ich lass es endlich zu.“ So singt sich Mark Forster, der deutsche Popsänger mit polnischen Wurzeln, der als Kind Priester werden wollte, durch seinen Videoclip „Auf dem Weg“. Anzuhören gibt es den Popsong per QR-Code auf dem Flyer des ersten Ochtruper Pfingstwegs.

Auf der Suche sein nach dem Mehr im Leben, das genaue Hinschauen und Sich-Einlassen, nicht nur an Pfingsten - vom Inhalt her ist das Lied ein guter Aufhänger für die interaktive Rallye unter dem Titel „Geistreich unterwegs“ durch die Stadt sowie die Ortsteile Langenhorst und Welbergen, fanden die beiden Initiatorinnen Lena Dziuk und Heike Kötterheinrich.

 

Schützenfeste fallen aus – Pfingsten nicht

 

Laufen und Spazierengehen liegen im Trend, seit Corona sowieso. Aber die Organisatorinnen wollten den Teilnehmern noch ein bisschen mehr zum Denken, Fühlen und Glauben mit auf den Weg geben: Sie haben sich eine spirituelle Rallye mit zwölf Stationen ausgedacht und umgesetzt.

Die beiden Frauen aus Münster und Ochtrup sind seit knapp zehn Jahren ehrenamtlich in der Firmkatechese der Pfarrei St. Lambertus Ochtrup aktiv: „Der Auslöser war eigentlich, dass hier in Ochtrup Pfingsten immer für die Schützenfeste reserviert ist“, sagt Lena Dzuik lachend. Diese fallen in diesem Jahr leider aus – Pfingsten aber nicht. „Wir haben festgestellt, dass dieses Fest der Sendung des Heiligen Geistes bei den jungen Menschen gar nicht mehr präsent ist.“

 

Impulse per QR-Code

 

Die Gedanken und Bibeltexte rund um Pfingsten den Menschen wieder näher zu bringen, das ist das Anliegen der beiden Frauen. Die Umsetzung erfolgte multimedial - vom digitalen Glücksrad bis zu echten Süßigkeiten und einer „Starke Töne“-Playlist. Die Religionslehrerin Lena Dziuk und Heike Kötterheinrich, überzeugte Hausfrau und Mutter von drei Kindern, ergänzen sich da gut in ihrer Kreativität.

Die Teilnehmer der Rallye erhalten über einen QR-Code die Impulse, die auf einer Internetseite hinterlegt sind: „Wir haben Orte gewählt, die man allein gut erreichen kann, damit es coronakonform ist und die Jugendlichen und Interessierten ohne Hilfe von außen mitmachen können “, sagt die 29-Jährige Dziuk.

 

Negative Gedanken in den Müll

 

Los geht es an der St.-Lamberti-Kirche in Ochtrup, wo die Teilnehmer ihre negativen Gedanken in einen Mülleimer werfen, aber auch ein Stück Schokolade als Wegzehrung mitnehmen können: „Das ist so ein Running-Gag in unserer Teamrunde ,Wo Schokolade ist, da gibt es Hoffnung‘“, sagt die junge Frau. Und weil es eben auch Hoffnung gibt, führt die nächste Station in der Kirche zu positiven Gedanken und einem kleinen Kreuz als Handschmeichler, das die Teilnehmer mitnehmen können.

Die folgenden Orte sind eher unkonventionell gewählt: „Wir wollten Alternativen zum Sakralen anbieten“, erklärt Lena Dzuik. „Wir wären auch sehr gerne in die Kneipe gegangen, aber weil das nicht geht, haben wir eben draußen eine Station gestaltet.“ So gibt es an „Paddy‘s Irish Pub“ den „#Kneipentalk“.

Auf dem Schulhof der städtischen Realschule geht es mit dem Impuls „#Sprachjongleur*in“, abrufbar über das Handy, um Vielfalt und Sprachen, lose orientiert am Sprachwunder, von dem die biblische Pfingstgeschichte erzählt. An der Bergwindmühle geht es in „#Berg(ge)danken“ um Jesus und die Bergpredigt. Pfarrer Stefan Hörstrup hat in einer kurzen Audio-Nachricht Friedensgedanken beigesteuert.

 

Als Jugendliche nicht vom Glauben begeistert

 

Dass Lena Dziuk und Heike Kötterheinrich viele Abende, Telefonate und Material in den Pfingstweg investiert haben, kommt nicht von ungefähr. „Es hat einfach unfassbar viel Spaß gemacht, das vorzubereiten. Wir sind selbst im wahrsten Sinne des Wortes begeistert“, strahlt die junge Frau.

Als Jugendliche habe sie keine Bindung zur Kirche gehabt, „erst durch meine eigene Firmung und die Menschen, die ich dort getroffen habe, durch Ferienlager und später Messdienerleitung, ist mein Glaube wieder in mein Leben gerückt“. Wichtig ist ihr eine Botschaft: „Überspitzt formuliert ist Glaube nicht unbedingt etwas, das von alten Männern gemacht wird, sondern das mitten aus der Gemeinde entsteht, was cool sein kann, Spaß machen und geteilt werden kann.“

Hier geht es zum ersten Ochtruper Pfingstweg.
- an der St.-Lamberti-Kirche: #Müllgedanke(n), #Schokihoffnung und #Bibelpunkt
- an der St.-Marien-Kirche: #ge(h)stärkt, #Wunderkerzenmensch und #Geschichtenerzähler*in
- an der St.-Johannes-Baptist-Kirche: #Friedensstifter*in
- an der St.-Dionysius-Kirche: #Zeitfresser
- auf dem Schulhof der Städtischen Realschule : #Sprachjongleur*in
- am Stadion des Schulzentrums: #starkeTöne
- an der Bergwindmühle: #Berg(ge)danken
- an „Paddy‘s Irish Pub“: #Kneipentalk.

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