Bombardierungen halten an

Pfarrer: Lage im Gazastreifen verschlechtert sich immer mehr

Anzeige

Nahezu pausenlos wird der Gazastreifen inzwischen vom israelischen Militär bombardiert. Die Lage spitzt sich zu. Die katholische Pfarrei in Gaza-Stadt hilft, wo sie nur kann, obwohl die Mittel sehr begrenzt sind.

Die Lage im Gazastreifen ist nach Worten des katholischen Pfarrers von Gaza-Stadt, Gabriel Romanelli, zunehmend kritisch. „Nach den Bombardierungen auf die orthodoxe Kirche haben noch mehr Christen in der katholischen Pfarrei Zuflucht gesucht“, sagte der argentinische Ordensmann von der Gemeinschaft „Verbo encarnado“ (Fleischgewordenes Wort) am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Zahl der geflüchteten Christen in der katholischen Pfarrei betrage inzwischen rund 700, so Romanelli. Die Menschen seien mit Überleben in dieser schwierigen Situation beschäftigt und suchten Stärkung im Gebet. Zweimal am Tag feiere man eine Messe, daneben gebe es Gebetszeiten und eucharistische Anbetung.

Gesamter Gazastreifen nicht mehr sicher

Die israelischen Bombardierungen hielten unterdessen „Tag und Nacht“ an, so der Ordensmann. „Die Gefahr ist überall, es gibt keinen einzigen sicheren Ort im ganzen Gazastreifen.“ Dies gelte nicht nur für den Norden des Gazastreifens, wo sich die Kirche befindet. Inzwischen übernachteten die Menschen im Kirchenraum – aus Angst vor Einschlägen wie am Donnerstag nahe der orthodoxen Kirche in der Altstadt von Gaza-Stadt geschehen, bei denen mindestens 18 Menschen getötet wurden.

Die Gemeinde sei dankbar, helfen zu können, sagte Romanelli. Man sei wie die erste Christengemeinde geworden, die alles miteinander geteilt habe. Bislang sei keine der Hilfslieferungen in der Kirche angekommen. Die bisher im Gazastreifen eingetroffene Hilfe sei angesichts der dramatischen Lage und tagelanger Unterbrechung „so gut wie nichts“.

Ordensmann selbst nicht im Gazastreifen

Romanelli selbst wurde bei einem Besuch außerhalb des Gazastreifens vom Kriegsbeginn überrascht und konnte seither nicht in seine Pfarrei zurückkehren. „Ich bin fest entschlossen, in den Gazastreifen zurückzukehren, aber bisher ist es unmöglich“, so der Ordensmann.

Unterdessen beziffert die Gesundheitsbehörde der radikalislamischen Hamas die palästinensischen Toten im Gazastreifen laut israelischen Medien (Dienstagmorgen) auf rund 5.100. Darunter seien mehr als 2.000 Kinder. Bei den Terrorangriffen der Hamas in Israel waren etwa 1.400 Menschen teils brutal ermordet worden; 220 befinden sich laut israelischen Angaben noch in Geiselhaft.