300 Leitungskräfte und Mitarbeitende bei Altenhilfe-Tagung der Bistums-Caritas

„Pflege – eine Arbeit die sich lohnt“: Caritas-Kongress in Münster

Video: Meike Hans

  • Mehr als 300 Leitungskräfte und Pflege-Mitarbeitende sind zum Altenhilfe-Kongress der Caritas im Bistum Münster zusammengekommen.
  • Er thematisierte unter anderem die Bedeutung des Humors.
  • Diözesan-Caritasdirektorin Pia Stapel unterstrich die Attraktivität des Pflegeberufs.

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„Humor ist unser natürlichstes Mittel gegen Anstrengung und Überforderung. Er schafft Vertrauen und Verbindung und fördert wertschätzende Kommunikation. Wir beginnen den Tag mit humoristischen Ansätzen zur Stressbewältigung und Kommunikation, bevor es für alle in die Workshops geht“, hatte Diözesan-Caritasdirektorin Pia Stapel angekündigt, als sie zum dritten Altenhilfe-Kongress der Bistums-Caritas nach Münster eingeladen hatte.

Nach 2017 und 2019 bot der Tag den mehr als 300 Leitungskräften und Mitarbeitenden in der Altenhilfe und Altenpflege die Möglichkeit, sich über die aktuellen Themen des Berufs mit anderen Experten auszutauschen und Strategien zu erörtern, wie das System Altenhilfe insgesamt stabiler werden kann – etwa durch Konzepte zu Personaleinsatz, Personalsteuerung und Generationenmanagement.

Humor im Gesundheitswesen


Comedian Felix Gaudo begeisterte die Zuhörenden. | Fotos: Johannes Bernard

„Die Herausforderungen für das tägliche Tun brauchen ein Gegengewicht“, sagte Pia Stapel und leitete über zu Felix Gaudo, der mit humoristischen Ansätzen zur Stressbewältigung und Kommunikation für gute Stimmung unter den Teilnehmenden sorgte.

Gaudo ist Speaker, Comedian und vor allem Experte für die Bedeutung des Humors im Gesundheitswesen. „Humor ist gesund und hilft, gesund zu werden. Darum gehört Humor in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen: als heilsame Kraft für Patienten und Personal“, sagte Gaudo.

Wertschätzung in der Mitarbeiterführung

In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Humor hilft heilen“ des TV-Moderators Eckart von Hirschhausen gibt der Comedian Humor-Trainings in Kliniken und Pflegeeinrichtungen und arbeitet als Gastdozent in Pflegeschulen, um auch dort die Pflegekräfte zu coachen, wie sie den beruflichen Stress bewältigen können. Schließlich helfe Humor Pflegeteams wie auch anderen Berufsgruppen, sich besser zu verstehen und eine wertschätzende Kommunikation zu pflegen. 

„Deshalb sollten Leitungskräfte und Teamleiter auf ein gutes Arbeitsklima achten“, empfahl Gaudo den verantwortlichen Mitarbeitenden in der Pflege und in der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe der Caritas. Dort sind 205 katholische Einrichtungen aus acht Kreisen der stationären Altenhilfe im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster zusammengeschlossen.

Die positiven Seiten des Pflegeberufs


Petra Köster vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sprach auf dem Kongress. | Foto: Johannes Bernard

Dass der Pflegeberuf an Attraktivität gewonnen hat, verdeutlichte Diözesan-Caritasdirektorin Stapel: „Es ist eine Arbeit, die sich lohnt. Wir sollten das Positive des Berufs nach vorn stellen.“ Die Gehälter in der Pflege seien besser als ihr Ruf. Schließlich handle es sich um einen abwechslungsreichen und sinnstiftenden Beruf.

Über die Herausforderungen des Fachkräftemangels, des demografischen Wandels und die finanziellen Spielräume in der Pflegeversicherung sprach Petra Köster. Die Leiterin des Referats Soziale Pflegeversicherung im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales verwies mit Blick auf die fünf Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland darauf, dass mehr Personal ausgebildet werden muss.

Einsatz der Beschäftigten

Köster würdigte das vom Diözesan-Caritasverband Münster gestartete Projekt „Opal“, bei dem die Personal- und Organisationsentwicklung in der stationären Altenhilfe neu ausgerichtet und die Rolle des Assistenzpersonals neu definiert wird. Die Arbeitsteilung in der stationären Langzeitpflege werde derzeit in einer Studie der Universität Bielefeld untersucht, wie Köster informierte. Dabei gehe es darum, die vorhandenen fachlichen Ressourcen der Beschäftigten zielgerichteter einzusetzen.

In den aktuellen Reformbemühungen der Pflegeversicherung plädierte Köster für eine nachhaltige Finanzierung, die sich am Gemeinwohl orientiert. Die Einführung der Pflegeversicherung in den 1990er Jahren sei eine Errungenschaft des Sozialstaats gewesen. Die Politik versuche, die soziale Pflegeversicherung zu stabilisieren mit dem Gesetz zur Unterstützung und Entlastung der Pflege, das die Bundesregierung auf den Weg gebracht habe.

Workshops zur Digitalisierung und Palliativversorgung

Während des Kongresses hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, an 21 Workshops teilzunehmen. Themen waren unter anderem digitale Entwicklungen im Pflegeberuf und Fragen zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur, die Dienstplanung in der ambulanten Pflege bei Ausfällen, die künftige Personalausstattung, die Arbeitsbelastung von Mitarbeitenden, das Netzwerken in der palliativen Versorgung am Lebensende, Suizidprävention und die Diskussion um die Liberalisierung der Sterbehilfe.