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Eindrücke in der theologischen Fakultät, KatHo und Studierendengemeinden

Studieren trotz Corona: So klappt es in Münsters Hochschulen

Dieses Sommersemester ist wegen Corona andes als jedes andere. Viele Veranstaltungen laufen digital, Klausuren wurden verschoben. So meistern Theologische Fakultät, Katholische Hochschule und Studierendengemeinde in Münster die Krise.

Ein komplett virtuelles Semester? Das wäre vor wenigen Monaten noch völlig undenkbar gewesen, ist aber an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zurzeit Realität. „Bei uns laufen alle Vorlesungen und Seminare online, und das funktioniert im Großen und Ganzen gut“, bilanziert der Liturgiewissenschaftler Clemens Leonhard, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. „Ich bewundere, mit welch hoher Disziplin unsere Studierenden sich auf die neuen Formate einlassen.“

Der Dekan, der eigentlich gern und gut mit den elektronischen Medien umzugehen weiß, sieht die derzeitige Situation unter Corona-Bedingungen aber auch kritisch. „Universität und Wissenschaft sind nun einmal Angelegenheiten für Leute, die sich konkret treffen, und vieles entsteht durch gemeinsames Arbeiten“, gibt er zu bedenken. „Trotzdem ist das für mich keine Theologie zweiter Klasse, war wir jetzt machen.“

Videokonferenzen mit 200 Teilnehmenden

Auch an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Münster (KatHo NRW), laufen alle Lehrveranstaltungen mit Hilfe von Online-Tools und Plattformen sowie des hauseigenen Intranets. Vorlesungen sind als Videokonferenzen mit bis zu 200 Studierenden möglich, aber wesentlich häufiger sind Seminare mit 20 bis 30 Leuten. „Wir haben für jede Lehrveranstaltung einen Ordner angelegt, in dem wir mit den Studenten chatten und diskutieren können“, zeigt sich Prodekan Johannes Nathschläger zufrieden.

Auf die bevorstehenden Prüfungen hat der katholische Hochschulsektor in Münster sich auch bereits voll eingestellt. An der Theologischen Fakultät der Uni werden derzeit die Klausuren nachgeholt, die im März und April verschoben werden mussten. An der KathoNRW sollen die mündlichen Prüfungen im Juli stattfinden, und Hausarbeiten können online als beaufsichtigte Klausuren oder in einem begrenzten Rahmen auch real durchgeführt werden.

Beide Institutionen richten den Blick schon auf das Wintersemester. „Ich hoffe dann wieder auf 100 neue Einschreibungen im theologischen Vollstudium“, betont Leonhard.  „Sobald klar ist, ob das Semester wieder virtuell oder real wird, werden wir Pläne machen, wie wir besonders die Studienfänger in möglichst viel Universitätsatmosphäre einladen können. Das gibt einiges an Arbeit im September.“ Nathschläger ergänzt, man müsse sich darauf einstellen, dass die gesamte Lehre wieder digital stattfindet. „Wir hoffen aber, dass das nicht notwendig sein wird.“

Neustart in der Studierendengemeinde

Die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) will „angesichts einer gewissen digitalen Überforderung“ dem Bedürfnis der Studenten nach analogen Angeboten nachkommen, wie Pfarrer Michael Berentzen erläutert. „Unsere Angebote entwickeln sich derzeit jede Woche neu – immer in Reaktion auf die Regeln des Landes Nordrhein-Westfalen.“ So findet die psychologische und seelsorgliche Beratung, die wochenlang fast nur noch online möglich war, inzwischen fast ausschließlich wieder analog statt, und auch die Gottesdienste in der Petrikirche mit jeweils etwa 30 bis 70 Teilnehmern werden wieder in „echter“ Gemeinschaft und als reales Erlebnis des Glaubens gefeiert.

Auch die kulturellen Angebote wie Yoga- oder Gitarrenkurse oder demnächst zum Salsa-Tanz finden wieder statt. „Wir wollen vor allem viel  Beteiligung und Begegnung ermöglichen“,  unterstreicht Berentzen. „Wie das im Wintersemester möglicherweise noch unter Corona-Bedingungen besonders bei den Studienanfängern gelingen kann, ist eine Herausforderung.“

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