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"Welt"-Gastbeitrag von Bischof, Caritas-Präsident und Theologin

Suizidbeihilfe: Katholische Vertreter erklären ablehnende Haltung

  • Die katholische Kirche bleibt bei ihrer ablehnenden Position gegenüber assistiertem Suizid.
  • Sie wolle "Hilfe im Sterben und nicht Hilfe zum Sterben leisten", heißt es in einem Gastbeitrag in der "Welt" (Montag).
  • Die Verfasser sind der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, Caritas-Präsident Peter Neher und die Moraltheologin Kerstin Schlögl-Flierl.
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Die katholische Kirche bleibt bei ihrer ablehnenden Position gegenüber assistiertem Suizid. Sie wolle "Hilfe im Sterben und nicht Hilfe zum Sterben leisten", heißt es in einem Gastbeitrag in der "Welt" (Montag). Die Verfasser sind der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, Caritas-Präsident Peter Neher und die Moraltheologin Kerstin Schlögl-Flierl.

Bisweilen werde diese Position als "unbarmherzig, würdelos und stumpf dem Leid der Wehrlosen gegenüber" kritisiert, schreiben die Autoren. Barmherzigkeit bedeute indes aus katholischer Sicht "das Begleiten beim Sterben und nicht das Verhelfen zu diesem". Dazu gehöre auch, "den subtilen Druck auf ältere und kranke Menschen gerade nicht zuzulassen, der unweigerlich entsteht, sobald die Beihilfe zum Suizid als eine Dienstleistung - und als ein Ausweg aus ihrer hilfebedürftigen Situation - angeboten würde."

 

Autoren nennen Selbstbestimmung zentralen Wert

 

Im Februar 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung gekippt. Die Selbsttötung gehöre zum Recht auf Selbstbestimmung, so die Karlsruher Richter. Das schließe auch die Hilfe Dritter ein.

Unbenommen sei Selbstbestimmung "ein zentraler Wert", schreiben dazu Overbeck, Neher und Schlögl-Flierl. Der katholische Glaube verstehe Selbstbestimmung jedoch "relational", also in Beziehungen: "in Bezug zu sich selbst, in Bezug zu anderen - im Falle des Suizids die Angehörigen - und - für einen gläubigen Christen und eine gläubige Christin - in Bezug zum personalen Gott".

 

Katholische Kirche verurteile Suizidenten nicht

 

Insofern bedeute ein Suizid stets "eine Hoffnungsabsage an Gott, die anderen, aber auch sich selbst". Für Christen gelte dagegen "eine prinzipielle Hochschätzung des menschlichen Lebens in all seinen Phasen". Die katholische Kirche verurteile Suizidenten nicht, sondern respektiere ihre Entscheidung. "Der Absage an einen Sinn, an den Wert des Lebens, der im Suizid zum Ausdruck kommt, kann aber ebenso wenig zugestimmt werden wie einer Vorstellung von Freiheit, die auch den Suizid umfasst."

Es brauche eine umfassende palliative und hospizliche Kultur, fordern die Autoren. "Nicht Leidverweigerung, sondern das Mit-Leiden, lebenszugewandt, aber nicht übertherapierend, befähigend, aber nicht bevormundend, begleitend, aber nicht den Tod befördernd", laute die Devise. Auch dürfe kein Druck entstehen, unter dem Menschen "anstatt des eventuell teureren Aufenthalts in der vollstationären Pflegeeinrichtung die 'kostengünstigere' Variante der Suizidbeihilfe" wählten. Die gesetzliche Finanzierung von Einrichtungen dürfe daher keinesfalls vom Angebot der Suizidbeihilfe abhängig sein.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe:
Menschen mit Suizidgedanken können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 täglich rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Der Mailverkehr läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist daher nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.

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