Dogmatikerin: Beschlüsse zur Rolle der Frauen schwach und defensiv

Theologin Knop nach Synodalem Weg: Bischöfe lassen nicht von der Macht

  • Die Erfurter Theologieprofessorin Julia Knop kritisiert die Ergebnisse des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland scharf.
  • Die Bischöfe hätten sich verweigert, als es um ihre Macht ging.
  • Zum Beschluss zum Diakonat der Frau sagte sie: "Noch defensiver, noch schwächer geht es kaum."

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Die Erfurter Theologieprofessorin Julia Knop kritisiert die Ergebnisse des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland scharf. Insbesondere gehe davon keine heilende Wirkung für das Problem des Missbrauchs in der Kirche aus. "Am neuralgischen Punkt, an dem Heilung tatsächlich beginnen könnte, haben sich die Bischöfe auf dem Synodalen Weg verweigert: Sie lassen auf ihre Macht nichts kommen", sagte Knop dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Dogmatikerin war selbst Mitglied der Synodalversammlung, die bis Samstag zum vorläufig letzten Mal tagte. Die empfindlichste Stelle für die Bischöfe sei die Macht, seien die eigenen Privilegien, sei die eigene Rolle im System. "Daran soll partout nicht gerührt werden. Und jeder Versuch, das zu tun, löst sofort ihren Abwehrreflex aus." Ein Reformbeschluss für mehr Mitbestimmung der Laien wurde wegen massiver Widerstände aus den Reihen der Bischofskonferenz von der Tagesordnung der Synodalversammlung genommen.

Beschluss zu Mitbestimmung von Laien vertagt

Mit Blick auf die Rolle der Frau in der katholischen Kirche sagte Knop, dass die hierzu gefassten Beschlüsse über den Stand der 1970er Jahre nicht hinaus gehen. "Das katholische Elend ist, dass kein Rückschritt heute schon ein Fortschritt ist."

Die Synodalversammlung hatte mit breiter Mehrheit beschlossen, dass sich die Bischöfe in Rom zwar für den Diakonat der Frau einsetzen sollen, also für die unterste Weihestufe, nicht aber auch für die Priesterweihe. "Noch defensiver, noch schwächer geht es kaum", so Knop. Den Ausschluss der Frauen von den Weiheämtern bezeichnete sie als "diskriminierend und zutiefst ungerecht."