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Suizidbeihilfe soll gesetzlich neu geregelt werden

Verein half 139 Menschen im Jahr 2022 beim Suizid

  • Der "Verein Sterbehilfe" hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 139 Menschen beim Suizid geholfen.
  • Das waren zehn mehr als 2021, teilt die Initiative auf ihrer Internetseite mit.
  • Die Beihilfe zum Suizid steht vor einer gesetzlichen Neuregelung.
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Der "Verein Sterbehilfe" hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 139 Menschen beim Suizid geholfen. Das waren zehn mehr als 2021, teilt die vom früheren Hamburger Justizsenator Roger Kusch gegründete Initiative auf ihrer Internetseite mit. Voraussetzung für die Unterstützung des Vereins beim Suizid ist eine Vereinsmitgliedschaft.

Das jüngste Mitglied, das beim Suizid begleitet wurde, war den Angaben zufolge 23 Jahre alt, das älteste 98 Jahre. 2022 habe es vier unterstützte Doppelsuizide von Ehepaaren gegeben, die ihr Leben gemeinsam beenden wollten.

Verein verzeichnet mehr Mitglieder

Zugleich hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder laut Angaben mehr als verdoppelt. 2022 gehörten dem Verein 2.516 Personen an, ein Jahr zuvor 1.201. Der Altersdurchschnitt betrug 70 Jahre, der Frauenanteil lag bei 58 Prozent. Von den 2.516 Mitgliedern haben 110 Personen das "Grüne Licht", mit dem der Verein definitiv verspricht, jederzeit auf Wunsch Suizidhilfe zu leisten.

Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang 2020 das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Zugleich formulierten die Richter ein Grundrecht auf selbstbestimmtes Sterben unabhängig von Alter oder Krankheit. Dazu könne die Hilfe Dritter in Anspruch genommen werden. Damit wurde grundsätzlich die Tätigkeit von Sterbehilfe-Vereinen zugelassen.

Bundestag arbeitet an Regelung

Derzeit liegen im Bundestag drei unterschiedliche Gesetzentwürfe vor, die einen Missbrauch von Suizidbeihilfe verhindern und zudem garantieren sollen, dass Suizidwillige eine selbstbestimmte und freie Entscheidung treffen. Vorgesehen sind unter anderem Beratungspflichten und Wartefristen. Eine Erste Lesung und Anhörungen haben bereits stattgefunden. Wann der Bundestag endgültig entscheidet, ist noch offen.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe
Menschen mit Suizidgedanken können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 täglich rund um die Uhr erreichbar, berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Sie läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist daher nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.

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