Auftakt in Essen am 10./11. November

Was erwarten Sie vom Synodalen Ausschuss, Thomas Schüller?

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Am 10./11. November findet in Essen die erste Sitzung des Synodalen Ausschusses statt. Er soll die Einrichtung eines Synodalen Rats vorbereiten, den der Vatikan mehrfach kritisiert hat. Dem Ausschuss gehören 74 Menschen an, darunter neun aus dem Bistum Münster, die wir nach ihren Erwartungen gefragt haben. Hier: die Antworten von Thomas Schüller.

Seit der letzten Versammlung des Synodalen Weges im März 2023 hat sich sowohl in Deutschland als auch weltkirchlich einiges getan. Mit welchen Gefühlen reisen Sie zum Auftakt nach Essen?

Kirchenrechtler und Gefühle sind eine schwierige Kombination. Ich reise mit Neugier und Wohlwollen für eine möglichst vorurteilsfreie Diskussion an und hoffe, dass die richtigen Themen angepackt werden. Neben der Arbeit an den noch nicht verabschiedeten Texten aus dem Synodalen Weg wünsche ich mir eine deutliche Abgrenzung zu rechtsextremen politischen Strömungen, vor allem der die Demokratie gefährdenden AfD durch die katholische Kirche. Auch wenn ich wahrscheinlich der einzig Neue im Synodalen Ausschuss bin, sind mir synodale Beratungen durch meine lange Zeit im Bistum Limburg gut vertraut.

Gerade erst ist die erste von zwei Weltsynoden-Versammlungen zu Ende gegangen. Inwieweit fühlen Sie sich in Ihren und in den Anliegen des Synodalen Weges bestärkt?

Dafür ist es noch zu früh. Augenscheinlich brennen die Themen des Synodalen Weges vielen Menschen in der katholischen Kirche auf den Nägeln. Allerdings fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus, auch wenn der Zwischenbericht vieles glattgebügelt hat. Wir werden von den Bischöfen Overbeck, Meier und Bätzing hören, wie die Beratungen wirklich verlaufen sind. Insgesamt würde ich dazu raten, nüchtern und ohne Euphorie die Wechselwirkungen von Bischofssynode und Synodalem Weg zu bedenken und weniger Kurznachrichten in die Welt zu senden.

Welcher Tagesordnungspunkt der ersten Sitzung ist Ihnen besonders wichtig? Und warum?

Nun: als Kirchenrechtler interessieren mich Satzung und Geschäftsordnung des Synodalen Ausschusses. Es gab hierzu bereits ein digitales Hearing mit nicht wenigen offenkundigen Streitpunkten, die zu klären sind. Wer die Konzilien- und Synodengeschichte der katholischen Kirche in der Historie untersucht, weiß: In Satzungen und Geschäftsordnungen werden diese Versammlungen entschieden.