Priester unterstützen Bischof in der Leitung – und wählen seinen Nachfolger

Was ist das Domkapitel?

  • Das Domkapitel ist ein Kollegium von Priestern, darunter Weihbischöfe, das den Bischof in der Leitung eines Bistums unterstützt.
  • Zudem bemüht es sich um eine würdige Gestaltung der Gottesdienste in der Bischofskirche.
  • Gemäß dem im Bistum Münster weiterhin geltenden „Preußenkonkordat“ wählt das Domkapitel auch einen neuen Bischof aus einer vom Vatikan vorgelegten Dreierliste.

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Das Domkapitel ist ein Kollegium von Priestern, darunter Weihbischöfe, das den Bischof in der Leitung eines Bistums unterstützt. Zudem bemüht es sich um eine würdige Gestaltung der Gottesdienste in der Bischofskirche, in Fall des Bistums Münster also im St.-Paulus-Dom.

Führung nimmt das Domkapitel auch wahr, wenn der Bischofsstuhl vakant ist. Dann wählt es etwa einen Diözesan-Administrator, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs durch den Papst leitet.

Gremium wählt Münsters neuen Bischof

Gemäß dem im Bistum Münster weiterhin geltenden „Preußenkonkordat“, einem Vertrag staatlicher Stellen mit dem Heiligen Stuhl, wählt das Domkapitel auch einen neuen Bischof. Dabei kann es aus einer Dreierliste von Kandidaten entscheiden. Diese wird dem Kapitel nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter Beteiligung der Bistumsebene schließlich vom Vatikan vorgelegt. Die formale Ernennung des Gewählten liegt beim Papst.

Domkapitulare ernennt der Bischof mit Zustimmung und nach Anhörung des Domkapitels; über die Kandidaten muss zuvor die Landesregierung unterrichtet werden. Der Dompropst leitet das Domkapitel, der Domdechant ist sein Stellvertreter.

Residierende und nichtresidierende Kapitulare

Dem Domkapitel in Münster gehören laut Konkordat zehn „residierende“, also in Münster wohnende, und sechs „nichtresidierende“ Domkapitulare an – Priester, die in der Fläche des Bistums tätig sind.