Kirche+Leben Lexikon

Was ist eine Enzyklika?

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Die „Enzyklika“ - vom griechischen Wort „kyklos“, das Kreis bedeutet - ist ein kirchliches Rundschreiben.

Seit dem 18. Jahrhundert werden damit päpstliche Lehrschreiben bezeichnet. Sie richten sich an einige oder alle Bischöfe, an alle Gläubigen und manchmal auch an alle „Menschen guten Willens“. Gegenstand des Schreibens sind meist Fragen des Glaubens, soziale oder moralische Themen.

Das Thema des Schreibens deutet sich bereits in den ersten Worten des in der Regel in lateinischer Sprache verfassten Textes an, nach denen auch die Enzyklika bezeichnet wird. Enzykliken sind meist durch aktuelle Fragen der Zeit oder konkrete Anlässe bedingt. Diese päpstlichen Schreiben beanspruchen ein großes Maß an Verbindlichkeit; wenngleich sie zwar keine unfehlbaren Lehrentscheidungen des Papstes darstellen, gelten sie in der katholischen Kirche als Ausdruck der obersten kirchlichen Lehrgewalt.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts haben die Päpste mehr als 100 Enzykliken veröffentlicht. Berühmte Beispiele sind etwa „Rerum novarum“ (1891) von Leo XIII., mit der die katholische Soziallehre begründet wurde, „Mit brennender Sorge“ (1937), in der Pius XI. den Nationalsozialismus geißelte, sowie „Humanae vitae“ (1968) von Papst Paul VI., in der er sich zu Fragen der Familienplanung äußerte.