___STEADY_PAYWALL___

Bode: „Solche einfachen Antworten beenden die Fragen nicht“

Weitere Bischöfe kritisieren Vatikan-Position zu Homosexualität

  • Drei weitere Bischöfe kritisieren das Nein des Vatikans zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.
  • „Solche einfachen Antworten, das hat sich längst gezeigt, beenden Fragen nicht, sondern befeuern sie eher“, so der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode.
  • Auch der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers und der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zeigten sich enttäuscht.
Anzeige
  • »Frische Frühjahrs-Brise« mit Emmaus-Reisen auf der Ostseeinsel Rügen

Drei weitere Bischöfe kritisieren das Nein des Vatikans zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. „Solche einfachen Antworten, das hat sich längst gezeigt, beenden Fragen nicht, sondern befeuern sie eher“, schrieb der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode auf der Facebook-Seite seines Bistums.

„Die Wortmeldung der Glaubenskongregation hat mich zu diesem Zeitpunkt überrascht, zumal zu diesem Thema gerade viele gute und differenzierte Gespräche im Gange sind“, führte der Bischof aus. Auch vor dem Hintergrund des in Deutschland laufenden Reformprozesses Synodaler Weg werde deutlich, dass es dringend eine neue Dialogkultur mit Rom brauche. Bode, der auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, hatte bereits in der Vergangenheit angeregt, über Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften nachzudenken.

Timmerevers hofft auf Neupositionierung

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers nannte die Position der Glaubenskongregation enttäuschend. „Dieses Schreiben gibt die augenblickliche katholische Lehre wieder und zeigt keine Weiterentwicklung aufgrund heutiger humanwissenschaftlicher Erkenntnisse und gegenwärtiger pastoraler Notwendigkeiten.“ Zugleich betonte Timmerevers: „Trotz der Ablehnung aus Rom wird das Thema der Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren damit noch nicht beendet sein.“

Er erhoffe eine Neupositionierung aufgrund der Äußerungen des Papstes in seinem Schreiben „Amoris laetitia“ von 2016: „Dort wünscht der Papst, dass in der Kirche pastorale Ausgrenzungen zu überwinden und die Menschen seelsorglich zu begleiten und zu integrieren sind. Das sollte nicht nur ein Wunsch bleiben, sondern auch erlebbar werden“, so der Bischof. Er hatte sich bereits zuvor für eine Segnung homosexueller Partnerschaften ausgesprochen.

Kohlgraf: Mit Homosexuellen Angebote entwickeln

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte nach der Positionierung Roms, er nehme wahr, „wie viele gläubige Menschen dadurch enttäuscht und verletzt sind, keineswegs nur unmittelbar Betroffene“. Er nehme dies „als Auftrag und Ansporn, dass wir im Bistum Mainz verstärkt seelsorgliche Angebote und Konzepte entwickeln für und insbesondere gemeinsam mit homosexuellen Menschen“. Kohlgraf schreibt, er sei allen Betroffenen dankbar, denen daran gelegen sei, „mit unserer Kirche in Verbindung zu bleiben“.

Kohlgraf verwies auf einen eigenen Beitrag von Februar, in dem er eine Neubewertung von Homosexualität durch die Kirche angeregt und eine vorurteilsfreie seelsorgliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare gefordert hatte. Er plädiere zwar nicht für eine der kirchlichen Trauung ähnliche Segensform für homosexuelle Paare, aber „für eine Begleitung – anstatt zu urteilen“, schrieb Kohlgraf damals. Man müsse mit den Menschen reden, nicht über sie.

„Werde bei Segensfeiern nicht einschreiten“

Es gebe bereits Segensfeiern für solche Paare, so der Bischof in dem Beitrag. Diese verstießen zwar häufig „gegen die kirchliche Ordnung“, doch es erscheine ihm „wenig sinnvoll“, hier einzuschreiten oder einen Segen rückgängig machen zu wollen: „Will ich derart viel zartes Porzellan bei glaubenden Menschen zerbrechen?“ Die Kirche könne Erkenntnisse der Wissenschaften „nicht ignorieren“, so Kohlgraf.

Laut vatikanischer Glaubenskongregation hat die katholische Kirche keine Vollmacht, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Zwar sei bei solchen Initiativen „der aufrichtige Wille“ zu erkennen, homosexuelle Personen zu begleiten. Da aber die Verbindungen von homosexuellen Paaren nicht göttlichem Willen entsprächen, könnten sie nicht gesegnet werden.

Drucken
Anzeige
Anzeige
  • Stellenanzeige Geschäftsführer/in
Anzeige
  • Kampanile - Medieagentur