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"Friede sei mit euch" - Themenwoche zu Ostern, Teil 7

Brutale Gewalt und große Sehnsucht: Frieden in Bibel und Gottesdienst

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Im siebten Teil unserer österlichen Serie "Friede sei mit euch" lenkt Benediktinerpater Daniel Hörnemann aus der Abtei Gerleve den Blick auf Krieg und Frieden in der Bibel. Und er zeigt, wie wichtig Friedensgesten und -symbole auch im katholischen Gottesdienst sind.

Nichts (Un-)Menschliches ist der Bibel fremd, daher beschreibt sie auch das Unheile und Unheilige. Gewalt und Krieg zählen deshalb zu ihren dominierenden Themen, weil sie das Leben der Menschen beherrschen. Die Ursache des Unglücks wird benannt: „Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern“ (Jak 4,1).

In biblischer Zeit sah man in Militäraktionen allzu oft ein probates Mittel zur Durchsetzung machtpolitischer Interessen. Israel war häufig in Kriege verwickelt. Die Geschichte des Gottesvolkes liest sich über weite Strecken wie eine Kriegsgeschichte.

Weltweite Abrüstung

Die Propheten setzen Gegenbilder zum Krieg. Sie künden von weltweiter Abrüstung und bleibendem Frieden. Sie geben der Friedenssehnsucht der Menschen ihre Stimme. Zu einem wahren Frieden gehört mehr als die bloße Abwesenheit von Gewalt und Vernichtung. „Er setzt den Kriegen ein Ende bis an die Grenzen der Erde; er zerbricht die Bogen, zerschlägt die Lanzen, im Feuer verbrennt er die Schilde. Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin (Psalm 46). Die Waffen werden zerschlagen oder zu Ackergeräten umgeschmiedet.

Friede ist ein Grundwort der Heiligen Schrift. Dort taucht es 237mal auf. Die Sehnsucht der Menschen richtet sich auf einen universalen messianischen Frieden (Jes 11). Die Waffen werden unschädlich gemacht und zu Friedenswerkzeugen umfunktioniert. Niemand lernt mehr für den Krieg (Jes 2). 

"Gehet hin in Friedeen!"

Auch in der Liturgie spielt der Wunsch nach Frieden eine Hauptrolle. Die Messe durchzieht das Thema wie ein roter Faden. Sie kann beginnen mit dem biblischen Gruß: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ Immer endet sie mit „Gehet hin in Frieden!“ Im Gloria heißt es „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“.

Im Hochgebet beten wir um Frieden für die Kirche und unsere Zeit: „Ordne unsere Tage in Deinem Frieden.“ Ferner um Frieden für die Verstorbenen: „Wir empfehlen dir jene, die im Frieden Christi heimgegangen sind.“

Gebet statt Sprachlosigkeit

Vor der Kommunion wird nach dem Vaterunser intensiv um Frieden gebetet, sodann im eigentlichen Friedensgebet mit dem Friedensgruß und beim Abschluss der Lamm-Gottes-Anrufungen.

Im Stundengebet endet das Benedictus, der Lobgesang des Zacharias am Ende der morgendlichen Laudes, mit dem zielführenden Wunsch, Gott möge unsere Schritte „lenken auf den Weg des Friedens“.

Wo wir ohnmächtig angesichts von Gewalt und Vernichtung verharren, hilft oft nur noch Beten, es wandelt unsere Sprachlosigkeit zur Aussprache.

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