Ein Anruf bei Karl-Heinz Hoffschröer, Vorsitzender des Vereins „Eine-Welt-Projekt Hopsten“

Corona-Call (7): Wie geht’s denn, Herr Hoffschröer?

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Corona-Zeit, schwere Zeit: die einen völlig isoliert, die anderen zum Nichtstun verdammt, die nächsten Leute im Dauerstress. Wie kommen sie alle mit dieser Situation klar? Was ist schwer, was macht die Sache leichter? Kirche-und-Leben.de ruft bei Menschen im Bistum Münster an und fragt: Wie geht’s denn? Heute: Karl-Heinz Hoffschröer, Vorsitzender des Vereins „Eine-Welt-Projekt Hopsten“

Wie geht’s denn, Herr Hoffschröer?

Es ist ein bisschen schwierig. Ich gehöre zu den Personen, die auch gefährdet sind. Ich bin Rentner, ich bin 64 Jahre, habe Diabetes und Parkinson. Ich muss also aufpassen. Das führt dazu, dass meine Tochter für mich einkauft oder zur Apotheke fährt. Ich habe ein ungutes Gefühl, wenn ich unter Menschen bin, beispielsweise in Supermärkten. Um es mit den Worten von Frau Merkel zu sagen, „das Virus verzeiht keine Nachlässigkeit.“

Was ist gerade Ihre größte Herausforderung?

Karl-Heinz Hoffschröer aus Hopsten mit seiner Enkelin Mia.
Karl-Heinz Hoffschröer aus Hopsten mit seiner Enkelin Mia.

Einmal, dass ich nicht so mobil bin. Ich halte mich sehr zurück in meinen Kontakten. Trotzdem sind wir Ehrenamtlichen vom „Eine-Welt-Projekt Hopsten“ sehr aktiv, auch wenn wir nur 35 Mitglieder sind. Wir haben ein Begegnungszentrum hier im Ort. Das Gebäude gehört der Gemeinde, das musste jetzt geschlossen werden. Daraufhin haben wir einen Adventsbasar organisiert, mit den Ehrenamtlichen. Sie haben Vogelhäuser gebaut, für den Basar genäht, Marmeladen gekocht. Die Kunden können die Produkte draußen vor der Tür in Selbstbedienung gegen eine Spende erhalten. Das zu organisieren und am Laufen zu halten, ist schon allerhand.

Wie schaffen Sie es, durch diese Zeit zu kommen?

Unsere Gruppe trägt mich. Wir sind sehr gut im Ort vernetzt, das stärkt mich. Viele Menschen hier setzten sich für die Menschen in unseren drei Projekten in Tansania, Indien und auf den Philippinen ein. Mit dem Erlös unseres Adventsbasars finanzieren wir Schulspeisungen oder Bildungsangebote. Pater Heinz Kulüke von den Steyler Missionaren, der aus dem Nachbarort stammt, bemüht sich auf den Philippinen, Kinder aus den Slums zu bekommen. Er benötigt etwa 70 Euro pro Kind für einen Schulplatz. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe fördern. Peter Junk hat das zusammen mit vielen Ehrenamtlichen gestemmt. Ich stehe nicht alleine da, sondern wir sind eine Gemeinschaft, ein Team, das das zusammen hinkriegt.

Wie wird Weihnachten für Sie aussehen?

Weihnachten wird für meine Frau und mich ein sehr ruhiges Fest. Das ist jetzt schon so, die Adventszeit ist sehr ruhig und besinnlich. Wir haben die Kontakte alle zurückgefahren, sei es Nachbarschaft, Freunde und Bekannte. Wir treffen uns kaum noch, so gut wie nie. Weihnachten kommen sonst unsere vier Kinder. Ich weiß nicht, ob jetzt noch jemand kommt, so dass meine Frau und ich vielleicht mit der Tochter und unserer kleinen Enkelin hier das Weihnachtsfest in aller Ruhe feiern. Das ist so ein Geschenk, zu sehen, wie so ein kleiner Mensch sich entwickelt. Es ist ein liebes aufgewecktes Mädchen.

Gibt es ein Sprichwort oder eine Lebensweisheit, das Ihnen selbst Mut macht und vielleicht auch anderen helfen könnte?

Mit kleinen Schritten und Aktionen gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt eintreten. Unser Slogan im Verein ist, „Wir reden nicht nur über gute Dinge, sondern wir sind auch bemüht, zu handeln.“

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