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Einblicke in Ordensgemeinschaften in Münster, Gerleve und Coesfeld

Corona-Kontaktsperren – auch hinter Klostermauern?

Vereinzelung – viele Ordensgemeinschaften kennen das, auch ohne staatliche Beschränkungen wegen des Corona-Virus. Die Klarissen am Dom in Münster zum Beispiel leben ständig in Klausur. Doch auch in Klöstern hat sich der Alltag verändert.

Vereinzelung – viele Ordensgemeinschaften kennen das, auch ohne staatliche Beschränkungen wegen des Corona-Virus. Die Klarissen am Dom in Münster zum Beispiel leben ständig in Klausur. Doch auch in Klöstern hat sich der Alltag verändert.

„Auch wir können keine Eucharistie feiern“, sagt Schwester Ancilla Röttger, Äbtissin des Konvents am Dom. An den Kar- und Ostertagen hätten die Schwestern Wortgottesdienste selbst gestaltet.

„Anbetung nimmt im Moment größeren Raum ein – und Stille.“ Hauptgrund sei, dass die vielen Gespräche mit Besuchern im Sprechzimmer wegfallen. „Aber Stille ist ja durchaus etwas, das wir suchen.“

„Wir werden besonders liebevoll umsorgt“

Schwester Ancilla Röttger. | Foto: Georg Thomas
Schwester Ancilla Röttger. | Foto: Georg Thomas.

Die Versorgung der Schwestern sei kein Problem, erläutert die Äbtissin. „Wir bitten ja auch sonst um Almosen. Aber im Moment werden wir besonders liebevoll umsorgt.“

Viele Menschen hätten sich gemeldet und gefragt, was der Konvent brauche, „damit wir Schwestern wegen Corona ja nicht vor die Tür gehen“. „Überwältigend“ sei das, zeigt sich Schwester Ancilla dankbar.

In der Benediktinerabtei Gerleve geht das geistliche Leben im Prinzip weiter wie gewohnt. „Kirche-und-Leben.de“ überträgt täglich um 17.30 Uhr die Vesper und um 20.15 Uhr die Komplet live im Internet.

Tagungshäuser in Gerleve geschlossen

Außenkontakte haben die Benediktiner auf das Notwendigste reduziert. „Wir sind eigentlich ein offenes Kloster“, beschreibt Pater Marcel Albert. „Die Menschen kommen zu uns, einzeln oder in Gruppen, und wir nehmen auch am Leben draußen teil.“

Das geht derzeit nicht. „Unsere Tagungshäuser, Ludgerirast für Erwachsene und St. Benedikt für Jugendliche, sind seit Wochen geschlossen, ebenso Cafeteria und Buchhandlung. Das ist natürlich ein wirtschaftliches Problem.“

Wirtschaftliche Folgen

Pater Marcel Albert. | Foto: Michaela Kiepe (pbm)
Pater Marcel Albert. | Foto: Michaela Kiepe (pbm).

Externe Kloster-Beschäftigte erhalten Kurzarbeitergeld, sagt Pater Marcel. „Wir sind auch sehr dankbar für Rückhalt durch das Bistum Münster – und dafür, dass einige Freunde des Klosters uns nicht vergessen haben.“

Beim Stundengebet hat Corona Abstand nötig gemacht: „Im Chorgestühl lassen wir immer einen Platz zwischen den Mitbrüdern frei und sitzen in den Reihen versetzt.“ Auch sonst halten die Benediktiner Distanz, soweit möglich.

Beschränkungen wie im Seniorenheim

Alle Risiken lassen sich allerdings nicht ausschalten: „Im Refektorium teilen Mitbrüder das Essen aus, sammeln Teller ein und waschen ab“, beschreibt Pater Marcel. „Wenn das Virus das Kloster erreichen sollte, wäre es gerade für die älteren Mitbrüder eine Bedrohung.“

Das gilt auch für das Kloster Annenthal der Schwestern Unserer Lieben Frau in Coesfeld. Gut zwei Drittel des Hauses nimmt ein Seniorenheim für Schwestern ein, getragen von der Heilig-Geist-Stiftung Dülmen. „Die betroffenen Schwestern unterliegen den Beschränkungen für Altenheime“, sagt Schwester Josefa Maria Bergmann, Oberin der Ordensprovinz „Maria Regina“, die neben Deutschland die Niederlande, England und Italien umfasst.

Kontakte zu Mitschwestern reduziert

Schwester Josefa Maria Bergmann. | Foto: pd
Schwester Josefa Maria Bergmann. | Foto: pd.

Die 60 Schwestern im Seniorenheim bekommen keinerlei Besuch und sind in sechs Gruppen aufgeteilt. „Die Schwestern haben nur noch innerhalb dieser Gruppen Kontakt, damit ein möglicher Corona-Fall nicht die ganze Gemeinschaft betrifft“, erläutert die Oberin. Versorgt werden die Seniorinnen von Fachpersonal.

Lediglich die 30 Schwestern außerhalb des Altenheims halten derzeit gemeinsame Gebetszeiten in der Hauskapelle – mit Abstand. „Die älteren Schwestern sind über unseren Fernseh-Hauskanal dabei.“

Priester vom Kloster Gerleve bringen die heilige Kommunion für Kommunionfeiern vorbei. Eucharistie mit den Schwestern feiern dürfen sie nicht. „Sie wären ja Besucher von außen – das geht nicht.“

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