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Fest der Apostelin Maria Magdalena am 22. Juli gibt KFD Dülmen Kraft

Frauen an der Basis hoffen auf Reformen - und setzen auf Geduld

  • Die Kirche erneuern und Zeichen setzen für die kirchliche Gleichberechtigung von Frau und Mann, das ist nicht nur Thema bundesweiter Projekte, sondern auch an der Basis. 
  • Die Katholische Frauengemeinschaft in der münsterländischen Region Dülmen, Nottuln und Havixbeck etwa setzt ebenso auf Reformen - aber auch auf Geduld.
  • Das Fest der heiligen Apostelin Maria Magdalena am 22. Juli bestärkt sie in ihrem Engagement.
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Die Kirche erneuern und Zeichen setzen für die kirchliche Gleichberechtigung von Frau und Mann, das bewegt nicht nur die großen Projekte der katholischen Kirche in Deutschland - sei es der Synodale Weg von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken, sei es die Frauen-Reformbewegung "Maria 2.0" mit ihren bundesweiten Aktionen. Auch an der Basis, in den Gemeinden setzen Frauen auf Reformen.

Das Fest der heiligen Apostelin Maria Magdalena am 22. Juli bestärkt etwa die Gruppen der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in der münsterländischen Region Dülmen, Nottuln und Havixbeck in ihrem Engagement für Geschlechtergleichheit in der katholischen Kirche. „An diesem kirchlichen Fest gedenken wir aller starken Frauen, die sich in der Bibel, in der Kirchengeschichte und in der Gegenwart für die Verkündigung der Worte Jesu eingesetzt haben“, sagt Ingrid Pantelic aus Dülmen. Zusammen mit Brigitte Kentrup aus Dülmen-Buldern bereitet sie einen Gottesdienst zu Ehren der Heiligen unter dem Thema „Starke Frauen: Ahninnen im Glauben“ vor.

 

Bannerabordnungen aus 15 KFD-Gruppen

 

Pantelic und Kentrup arbeiten im KFD-Leitungsteam der Region mit und haben sich vor einigen Jahren zuGeistlichen Begleiterinnen ausbilden lassen. Sie erwarten zum Gottesdienst um 17 Uhr in der Dülmener Heilig-Kreuz-Kirche Bannerabordnungen aus allen 15 örtlichen KFD-Gruppen, die rund 3500 Mitgliederinnen vertreten.

Seit 2016 ist Maria von Magdala durch Papst Franziskus als starke Zeugin des Osterglaubens im liturgischen Kalender als Apostelin den männlichen Aposteln gleichgestellt. Der heilige Thomas von Aquin nannte Maria von Magdala „Apostelin der Apostel“.

 

Gebete für eine geschlechtergerechte Kirche

 

Ingrid Pantelic (links) und Brigitte Kentrup
Ingrid Pantelic (links) und Brigitte Kentrup bereiten einen Gottesdienst zum Feststag der heiligen Maria Magdalena am 22. Juli in Dülmen vor. | Foto: Johannes Bernard

„Wir stellen uns an ihrem Festtag unter ihren Schutz und bitten sie und alle Ahninnen im Glauben, unser Gebet um eine geschlechtergerechte Kirche zu unterstützen“, sagt Pantelic. Für die 68-Jährige ist die Rolle der Frauen der Kirche eindeutig: „Wir sind gleichberechtigt. Jesus machte keinen Unterschied zwischen Mann und Frau.“

Frauen seien es gewesen, die Jesus nachfolgten und auch unter dem Kreuz an seiner Seite blieben. „Nach seiner Auferstehung von den Toten zeigte er sich als erstes den Frauen am Grab. Er beauftragte namentlich Maria von Magdala, den Jüngern die frohe Botschaft von der Auferstehung zu verkünden“, betont Pantelic.

 

Starke Frauen der Kirchengeschichte

 

Zusammen mit Frauen aus der kirchlichen Reformbewegung „Maria 2.0“ aus Dülmen, die in die liturgische Feier eingebunden sind, werden die KFD-Mitglieder mehrere „starke Frauen“ der Kirchengeschichte vorstellen, darunter Hildegard von Bingen, Gertrud von Helfta, Teresa von Avila, Anna Katharina Emmerick, Mutter Teresa und Edith Stein.

Für die 68-jährige Brigitte Kentrup, die sich seit 40 Jahren in der KFD Buldern engagiert, soll vom Fest der heiligen Maria Magdalena die Botschaft ausgehen, Frauen den Zugang zu allen Diensten und Ämtern zu ermöglichen: „Wenn wir darum ringen, wie unsere Kirche der Zukunft aussehen soll, wenn wir darum streiten, was gut für sie ist, dann wollen wir das in geschwisterlicher Verbundenheit tun. Wir tun es gemeinsam mit allen, denen die Kirche und die Botschaft Jesu am Herzen liegt.“

 

Enttäuschung über Kirchenaustritte

 

Kentrup hofft auf eine Reform der Kirche „von innen heraus“. Die Kirchenaustritte von einigen „Maria 2.0“-Gründerinnen hätten sie enttäuscht. „Auf Gottes Geist dürfen wir vertrauen, auch wenn wir warten müssen“, sagt Kentrup. Sie teilt aber einen zum geflügelten Wort gewordenen Satz des Münchner Kardinals Reinhard Marx, dass die „Kirche an einem toten Punkt“ gelangt sei. Das Erscheinungsbild der Kirche sei derzeit katastrophal.

„Seit zehn Jahren versucht die Kirche, den sexuellen Missbrauch an Kindern aufzuarbeiten. Immer neue Kommissionen werden gebildet. Heraus kommt wenig. Das ist enttäuschend, nicht nur für mich, sondern für die allermeisten KFD-Mitglieder“, sagt Kentrup.

 

Traum von einer geschwisterlichen Kirche

 

In den Reformbemühungen um die Gleichheit von Frau und Mann als erstes die Machtfrage zu stellen, davon hält Kentrup nicht viel. Vielmehr müssten Männer und Frauen solidarisch an der Kirchenentwicklung arbeiten.

Für Ingrid Pantelic ist der KFD-Gottesdienst, zu dem auch Männer willkommen sind, eine gute Möglichkeit, nach langer Zeit der Corona-Kontaktbeschränkungen wieder zusammenzukommen, auch wenn die Zahl der Teilnehmenden auf etwa 90 begrenzt sein wird. „Auch nach der Corona-Zeit bleiben die KFD-Gruppen in der Region Dülmen, Nottuln und Havixbeck aktiv“, sagt sie. Und: „Der Traum einer geschwisterlichen Kirche lebt weiter.“

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