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Kirchengemeinde baut mit Kommune ein neues Zentrum in Raesfeld

Gaststätte wird Pfarrheim? Beinahe hätte es geklappt

  • 200 Jahre alt ist der alte Gasthof in Raesfeld, der schon einige Jahre geschlossen ist.
  • Die Pfarrei kaufte das Gebäude, wollte es zum Pfarrzentrum umbauen.
  • Jetzt wird doch neugebaut - und die politische Gemeinde ist mit im Boot.

Lange hatten vieler Raesfelder gehofft, den traditionsreichen Gasthof „Niewerther Hof“ (Aelkes Hof“) erhalten zu können, wenigstens die Fassade. Doch aus dem Traum, das alte Gebäude auch für das gemütliche Beisammensein der Menschen in dem Ort zu erhalten, hat sich nicht erfüllt. Die Pfarrei St. Martin allerdings hat eine alternative Lösung gefunden.

Die katholische Gemeinde hatte den Gasthof vor drei Jahren gekauft. Der Eigentümer suchte zu der Zeit bereits lange nach einem Nachfolger für das Restaurant und den Hotelbetrieb. Doch kein Gastronom wollte zugreifen. „Die Gastronomie befindet sich im Umbruch“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Georg Badurczyk, im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Er weiß um die Probleme, an diesem Standort eine Gaststätte zu unterhalten: Die Zeiten, in denen sich Gemeindemitglieder nach dem sonntäglichen Gottesdienst dort zum Frühschoppen getroffen haben, seien lange vorbei. Nicht zuletzt gebe es mehrere gastronomische Betriebe am Schloss Raesfeld, die viele Gäste anzögen.

Kommune steigt mit ein

Da half es auch nichts, als sich im Ort eine Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“ für den Erhalt des ehemaligen Gasthofs gründete. Auch ein möglicher Umbau zu Seniorenwohnungen stand im Raum, ebenso der Wunsch aus der politischen Gemeinde Raesfeld, in der Ortsmitte einen größeren Veranstaltungssaal zu haben. Im Zug der Diskussion um den Erhalt konnte die Pfarrei mit dem Eigentümer einig werden und die Immobilie für den Umbau zum Pfarrheim und für die Pfarrverwaltung erwerben. In den weiteren Überlegungen, wie das Bauvorhaben auf dem 440 Quadratmeter großen Grundstück realisiert werden kann, konnte die Kommune mit ins Boot geholt werden. „Die Pfarrei beabsichtigt, gemeinsam mit der Gemeinde Raesfeld das Vorhaben zu realisieren“, sagt Badurczyk.

Ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben. Eine achtköpfige Jury aus externen Architekten, Vertretern der Gemeinde Raesfeld, des Bistums Münster und der Pfarrei St. Martin kürte unter Vorsitz von Professor Volker Droste aus Oldenburg die Preisträger: das Architektenbüro Hartwig, Meyer, Wömpner aus Münster und Lüdinghausen. Allerdings sieht das Siegermodell nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen den kompletten Abriss des Gebäudes bis auf einige Teile des Kellers vor. 

Verkauf für Neubau

Damit ist klar: Das etwa 200 Jahre alte Haus in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche weicht einem neuen Pfarrzentrum, das voraussichtlich im nächsten Jahr gebaut werden soll. Die politische Gemeinde Raesfeld wird den Pfarrsaal und einige Gruppenräume für städtische Veranstaltungen mitnutzen und beteiligt sich an den Baukosten. Im Gespräch ist ein Zuschuss seitens der Kommune von 200.000 Euro. 

„Die Verhandlungen über die Baukosten und die genaue Ausstattung werden in Kürze beginnen“, sagt Badurczyk. Ziel des Neubaus sei es, ein funktionales Pfarrheim mit Räumen für die Pfarrverwaltung und der Verbundleitung der fünf katholischen Kindertageseinrichtungen zu erhalten, das dem aktuellen Bedarf und den Anforderungen an künftige Entwicklungen gerecht werden könne.

Bistum beteiligt sich

An der Finanzierung wird sich das Bistum Münster beteiligen. Einen Großteil der noch zu ermittelnden Baukosten aber wird die Pfarrei übernehmen müssen. Sicher ist der Verkauf des pfarreieigenen Kolpinghauses in der Ortsmitte, um die Anschubfinanzierung sicherzustellen.

Über die Verwendung des bisherigen, in den 1960er Jahren entstandenen Pfarrheims wird noch diskutiert. Auch über das Pfarrhaus samt Pfarrbüro werde gesprochen, sagt das Kirchenvorstandsmitglied: „Eine Frage wird sein, wie viele Seelsorger die Pfarrei in Zukunft haben wird. Sicher ist, dass wir unser Immobilienkonzept weiter verfolgen müssen.“

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